Zitate


Jean Vanier
Als Gemeinschaft müssen wir uns tragen und auch ertragen.


C.S. Lewis
Die „menschliche Maschine“ hat Gott so konstruiert, dass sie nur mit ihm läuft.
Er selber ist der Treibstoff, den unser Geist verbrennen, oder die Nahrung,
an der unser Geist sich stärken soll; eine andere gibt es nicht.



Warren Wierby

Wenn der Glaube ehrlich ist bekennt er: wir haben nicht auf alles eine Antwort –
manchmal wissen wir nicht einmal welches die richtigen Fragen sind.



Michael Herbst

Es geht nicht um grosse Predigten, es geht um die kleinen Geschichten.
Die wachsende Gemeinde lebt von lauter kleinen Leuten, die aber mit
ihrer Lebensklugheit und ihrer Liebe zu Gottund zum Nächsten nicht
hinter dem Berg halten.
 

 


Peter Hahne

Mein Weihnachtswunsch: dass alle, denen die alte Botschaft zu neuem Leben
verhalf, andere Menschen auf den Geschmack bringen.


Peter Hahne

Er kommt durch die Hintertür zur Welt.
Die Herablassung Gottes zu uns Heruntergekommenen wir im Advent gefeiert,
nicht das Emporkommen eines grossen Mannes.


Siegfried Grossmann

Die Qualität der Geisterfahrung entscheidet sich
in der Frage nach der Frucht des Geistes im alltäglichen Umgang miteinander.


John Bunyan

Wenn du betest lass eher dein Herz ohne Worte sein,
als deine Worte ohne Herz.


Michael Herbst

Fürchte dich nicht! Komm zu mir! Bitte so wird dir gegeben!
Das sind die ersten Willensäusserungen unseres Gottes. Sein Wille bedeutet:
Wir kümmern ihn! Wir liegen ihm am Herzen! Er will uns bei sich haben.


Magnus Malm

Wir glauben immer, dass nur unsere Erfolge unseren Mitmenschen helfen können.
Sich an dem „Ich-kann-nicht-mehr“- Punkt begegnen dagegen
bringt Leben, Heilung und Gemeinschaft.


Heinrich Bolleter

Die Gemeinde ist nicht ein Wellnessinstitut,
sondern ein Glaubensinstitut, wo jeder Christ erfahren kann,
dass wir im Wohlsein und im Schmerz in Gottes Liebe geborgen sind.


André Maurois
Takt ist die seltene Fähigkeit, schweigen zu können,
wenn man recht behalten hat.


Mary Southerland

Die Kunst der Konversation ist nicht nur das Richtige zu sagen
zur richtigen Zeit, sondern das Falsche nicht zu sagen
in einem Moment der Versuchung.


Noel Coward

Wenn du lernst über dich selber zu lachen,
dann wirst du dich nie beklagen müssen, dass dir das Material ausgeht.


T.S. Eliot

Wir wollen eine Gemeinde, in der nur ein einziger Name
gross herauskommt – Christus.


Markus Büchel,  Bischof von St. Gallen

Wenn Sie ein Bild der Kirche malen, wie sieht das aus?
„Ich sehe die Kirche als blühenden Garten. Das symbolisiert einerseits
Verschiedenheit, aber auch das Wachsen auf demselben Grund und Boden.
Die Kirche ist keine Monokultur.“


Ulrich Giesekus

Zum Christsein gehört beides: die Fähigkeit, Frustration zu ertragen,
und das fröhliche Geniessen von Gottes guter Schöpfung,
zu der auch wir selber gehören.


C. S. Lewis

Erst wenn der Mensch die Tatsache des menschlichen Bankrotts entdeckt hat,
kann er die rechte Beziehung zu Gott finden.


David Hubbard

Die reinste Form der Liebe wird geschenkt ohne Erwartung auf Gegenleistung.
Gemessen an diesem Standart ist aufrichtiges Gebet für andere
ein grossartiger Akt der Liebe.


Magnus Malm
Die Gemeinde ist eine Gemeinschaft von schwachen Leuten,
deren Stärke der gekreuzigte und auferstandene Christus ist.


Max Lucado
Derjenige, der alles wusste, war nicht ein Besserwisser.


John Hanna

Ich denke nicht hoch von meiner Fähigkeit durchzuhalten.
Aber ich denke hoch von Seiner Fähigkeit festzuhalten.


Helmut Walters

Der Mangel an Nächstenliebe
kommt daher, dass man zuviel fern- und zu wenig nahsieht.

Ulrich Parzany
Gottes Herz ist in konstantem Suchmodus für verlorene Menschen.


Hal Haller

Vergiss nie, dass Kinder jeden Altes eines gemeinsam
haben - sie verschliessen die Ohren für Ratschläge
und öffnen die Augen für Beispiele.


Jean Vanier
Man macht so leicht Bemerkungen
über die Unvollkommenheiten der anderen, 
anstatt zu betonen, was einem positiv an ihnen auffällt. 


Ulrich Giesekus
„Alle Christen brauchen Seelsorge. 
Wir brauchen die kritische Solidarität der Brüder und Schwestern, 
mit denen wir gemeinsam unterwegs sind.“
 
 
Gordon MacDonald
„Egal, wie gross du zu sein glaubst, es gibt immer einen Grösseren.
Fast jeder König im Alten Testament hat seinen Thron verloren,
weil er sein Ego nicht unter Kontrolle hatte.“



Haddon Robinson
„Hoffnung heisst, die Musik der Zukunft zu hören,
und Glauben heisst, den Mut haben danach zu tanzen.“



Martin Luther

Ich habe versucht Dinge in meinen Händen zu halten,
und habe sie alle verloren, aber was ich in Gottes Hand gegeben habe,
gehört mir noch immer.

 
Dietrich Bonhoeffer
"Gott ist nahe der Niedrigkeit, er liebt das Verlorene, das Unbeachtete,
Unansehnliche, das Ausgestoßene, das Schwache und Zerbrochene.
Wo die Menschen sagen: Nein! - da sagt er: Ja!"


Dietrich Bonhoeffer
"Dass Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde, ist der einzige Grund
meiner Hoffnung, dass auch ich auferweckt werde am Jüngsten Tag."

Dag Hammarskjöld
Blicke dich nicht um. Und träume nicht von der Zukunft.
Sie wird dir weder die Vergangenheit zurückgeben - 
noch andere Glücksträume erfüllen.
Deine Pflicht und deine Belohnung - dein Schicksal - sind hier und jetzt.
 
 
Gerry Fosdal
"Du weißt nicht, was es heisst ein Diener zu sein,
bis du wie einer behandelt wirst."
 
Toni Evans
"Du darfst Gott erzählen, wie gross deine Probleme sind.
Aber danach musst du deinen Problemen erzählen, wie gross Gott ist".


Haddon Robinson
Christus war voller Gnade und Wahrheit. In diesem Satz steckt eine enorm
schwierige Spannung. Manche Leute betonen Wahrheit und zeigen
sehr wenig Barmherzigkeit. Andere betonen Gnade
und sind bereit Wahrheit zu opfern.


Max Lucado
"Deine Eltern gaben dir deine Gene, aber Gott gibt dir Gnade."


Winston Churchill
"Wir bestreiten unseren Lebensunterhalt mit dem, was wir bekommen,
und wir leben von dem, was wir geben."


Michael Herbst
In der Bibel heisst es: Gefühle sind Ausdruck unseres Herzens,
und unser Herz ist mal aufsässig, mal traurig, mal träge, mal schlicht töricht.
Unsere Gefühle narren uns, weil sie mehr über uns selbst aussagen als über Gott.


Larry Crabb
Nicht geistliche Höhenflüge machen das Christsein aus,
sondern dass man die Mühen der Ebene durchsteht.


Theo Lehmann
Die Mächtigen kommen und gehen,
und auch jedes Denkmal fällt mal. Bleiben wird nur,
wer auf Gottes Wort steht, dem sichersten Standpunkt der Welt.


Jean Vanier
Wir sind alle hinfällig und anfällig,
aber wir sind auch alle einzigartig und kostbar.
Es gibt immer Hoffnung, denn wir können alle lernen, einander zu vergeben.


Theo Lehmann
Den Mut, zuzugeben, dass du Probleme hast, die du selber
nicht lösen kannst, diesen Mut nennt die Bibel Demut.


Klaus Douglass
Gott kann viel mehr mit einer Schwäche machen,
die wir ihm zur Verfügung stellen, als mit all unseren Stärken,
die wir für uns selbst behalten.


Ein neuer Anfang
Jeder neue Morgen ist ein neuer Anfang unseres Lebens.
Jeder Tag ist ein abgeschlossenes Ganzes.

Dietrich Bonhoeffer
Advent: Zeit der Erwartung
Weihnachten: Zeit der Erfüllung
Jahreswechsel: Zeit der Erneuerung


Peter Hahne
"Gott schickt das Leben in eine Welt des Todes. Gott wird in Christus fassbar.
Der Mann, nach dem wir die Jahre zählen, ist das Leben in Person."


Theo Lehmann
"Er spürte Hunger und Hass, Verehrung und Verfolgung, hatte Freunde und Feinde, Freude und Frust - also das, was wir alle auch haben oder kennen. Mit einem Wort: Er lebte unser Leben. Damit keiner sagen kann, Gott könnte uns ja sowieso nicht verstehen, kommt er als Mensch wie du und ich."


Peter Hahne
"Wo Gott sein Schweigen brach, dürfen wir nicht stille sein.
Christen sind die wichtigsten Informationsträger.
Sie wissen, wo auf Erden der Himmel zu finden ist."


Uli Giesekus
"Kein anderer Aspekt seelischen Erlebens hat so einen Einfluss
auf unsere seelische und körperliche Gesundheit wie unsere Beziehungen."


Emily Dickinson
"Wir glauben und sind ungläubig zugleich, in einer Stunde hundert Mal,
was den Glauben beweglich erhält.


Toni Evans
"Du darfst Gott erzählen, wie gross deine Probleme sind.
Aber danach musst du deinen Problemen erzählen, wie gross Gott ist.


Max Lucado
"Derjenige, der alles wusste, war nicht ein Besserwisser."


Mark G. Cambron
"Denke nicht hoch von deinen Fähigkeiten durchzuhalten.
Denke hoch von seiner Fähigkeit dich festzuhalten."


Frederick Buechner
Hör auf das Leben anderer zu schützen, zu richten, zu ordnen.
Das Leben anderer geht dich nichts an. Es geht sie etwas an. Es geht Gott etwas an.
Selbst dein eigenes Leben geht dich nichts an. Auch das ist Gottes Sache.
Überlass es ihm. Öffne die Faust deines Geistes, take it easy."


Marshall Shelley
"Der erfolgreichste Dienst, den es jemals gab,
wurde von jemandem ausgeführt, der eine Gemeinde von 12 Leuten hatte."


Winston Churchill
"Wir bestreiten unseren Lebensunterhalt mit dem, was wir bekommen,
und wir leben von dem, was wir geben."


Vernon McGee
"Nicht jeder, der einen Bart trägt, ist schon ein Prophet!"


Haddon Robinson
"Je näher wir Gott kommen, desto deutlicher werden unsere Bruchstellen.
Desto heller scheint auch sein Licht. Rück näher!"


Will Rogers
"Ich höre jeden gern über sich selbst reden,
weil ich dann immer nur Gutes höre."


Martin Luther
"Ich habe versucht Dinge in meinen Händen zu halten,
und habe sie alle verloren, aber was ich in Gottes Hand gegeben habe,
gehört mir noch immer.


Larry Crabb
"Auf die Bibel gegründete Hoffnung ist ein Felsen.
Die Erfahrung der Gegenwart Gottes ist eher wie Sand -
Es lässt sich schön darin spielen, aber sie taugt nicht dazu,
ein Leben darauf zu bauen."


Ulrich Giesekus
"Alle Christen brauchen Seelsorge. Wir brauchen
die kritische Solidarität der Brüder und Schwestern,
mit denen wir gemeinsam unterwegs sind."

Mark Twain
"Ehe man anfängt, seine Feinde zu lieben,
sollte man seine Freunde besser behandeln."


M. Hüsing
"Nicht das Unmögliche und Unerreichbare ist uns aufgetragen,
sondern das Nächstliegende."


Dietrich Bonhoeffer
"Gott ist nahe der Niedrigkeit, er liebt das Verlorene, das Unbeachtete,
Unansehnliche, das Ausgestoßene, das Schwache und Zerbrochene.
Wo die Menschen sagen: Nein!, da sagt er: Ja!"


S. Weil
"Ein Mensch, der sich etwas auf seine Intelligenz einbildet,
ist wie ein Sträfling, der mit seiner großen Zelle prahlt.


B. Dreifuss
"Lächeln und Lachen sind kostengünstige Möglichkeiten,
das Aussehen zu verbessern. Ein Lächeln liftet (fast) alles."


C.S.Lewis
"In der Schule der Anbetung sind wir Anfänger.
Vorerst sind wir noch dabei unsere Instrumente zu stimmen."


Gordon MacDonald
"Egal, wie gross du zu sein glaubst, es gibt immer einen Grösseren.
Fast jeder König im Alten Testament hat seinen Thron verloren,
weil er sein Ego nicht unter Kontrolle hatte."


C.S. Lewis
"Den meisten von uns kann nur das Gebet am Ölberg zum Vorbild dienen.
Mit dem Berge-Versetzen hat es Zeit."


Haddon Robinson
"Hoffnung heisst die Musik der Zukunft zu hören,
und Glauben heisst, den Mut haben danach zu tanzen."


Gerry Fosdal
"Du weißt nicht, was es heisst ein Diener zu sein,
bis du wie einer behandelt wirst."


Allen Ross
"Was hindert uns eigentlich das zu tun,
was wir von anderen erwarten?"


Larry Crabb
"Wie Christen miteinander umgehen, ist wichtiger,
als wie wir uns in unserer Kultur engagieren."


Max Lucado
"Deine Eltern gaben dir deine Gene, aber Gott gibt dir Gnade."


Dietrich Bonhoeffer
"Dass Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde, ist der einzige Grund
meiner Hoffnung, dass auch ich auferweckt werde am Jüngsten Tag."


"Herr, Dein Apostel Jakobus strebte nach einem bevorzugten Platz in deinem Reich,
einen Platz ganz nah bei dir. Aber du gabst ihm zu verstehen,
dass Freundschaft mit dir heißt, mit dir zu leiden."


Peter Hahne
"Vertrauen heisst: Mit Fragen leben auf die es keine Antwort gibt".


A. P.
Wir wollen eine Gemeinde sein
in der Christus der einzige Stolperstein ist.


Michael Herbst
In der Bibel heisst es: Gefühle sind Ausdruck unseres Herzens,
und unser Herz ist mal aufsässig, mal traurig, mal träge, mal schlicht töricht.
Unsere Gefühle narren uns, weil sie mehr über uns selbst aussagen
als über Gott.


Dominik Klenk
Als Aufhorchende zu leben bedeutet anzuerkennen,
dass wir das Entscheidende nicht in uns selber tragen,
sondern, dass wir  zuerst und immer wieder neu Empfangende sind.


Michael Herbst
Es ist besser kritisch zu fragen, als zweifelnd zu verstummen.


Larry Crabz
Nicht geistliche Höhenflüge machen das Christsein aus,
sondern dass man die Mühen der Ebene durchsteht.


Henry Nouwen
Darüber hinaus leide ich darunter, dass ich nicht der Mensch geworden bin,
der ich gern sein wollte, und dass Gott, zu dem ich so viel gebetet habe,
mir nicht gegeben hat, wonach ich sehnlich verlangte.


Dag Hammarskjöld
Blicke dich nicht um. Und träume nicht von der Zukunft.
Sie wird dir weder die Vergangenheit zurückgeben -
noch andere Glücksträume erfüllen.
Deine Pflicht und deine Belohnung - dein Schicksal - sind hier und jetzt.


Albert Schweizer
Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.


Bob Pyne
Alles ist in stetem Fluss und geschieht doch nicht ohne Gottes Einfluss.


Theo Lehmann
Er wurde Mensch - ihm ist nichts Menschliches fremd.


Henry Nouwen
Herr, mache mich zu deinem Gefangenen, dann werde ich frei.


Ron Klassen
Wir frönen keinem Zielgruppen-Fetischismus


John Hannah
Wir verstehen die komplexe Seite des Kreuzes nicht,
bis wir die Krise der Sünde verstehen.


Robert Lembke
Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf den Gräbern wächst.


Karl Barth
Mut ist Angst, die ihr Gebet gesprochen hat.


Max Lucado
Derjenige, der alles wusste, war kein Besserwisser.


Howard Hendricks
Ich glaube, ein Problem bei uns Evangelikalen besteht darin,
dass wir meinen, auf alles eine Antwort zu haben, weil wir der
Wahrheit verpflichtet sind. Keiner weiss auf alles eine Antwort -
manche von uns kennen nicht einmal die richten Fragen.


Blaise Pascale
Es gibt nur zwei Arten von Menschen:
Gerechte, die sich für Sünder halten - 
und die anderen Sünder, die sich für Gerechte halten.


Howard Hendricks
Angenommen, du würdest morgen angeklagt und vor Gericht gestellt,
weil du Christ bist. Gäbe es genügend Belastungsmaterial, um dich zu überführen?


Haddon Robinson
Christus war voller Gnade und Wahrheit. In diesem Satz steckt eine enorm schwierige Spannung.
Manche Leute betonen Wahrheit und zeigen sehr wenig Barmherzigkeit. Andere betonen Gnade
und sind bereit Wahrheit zu opfern.


E. Elliot
Gott schreibt die Musik unseres Lebens nicht ohne Plan, aber es liegt an uns den Takt zu erkennen und über Pausen nicht bestürzt zu sein.
 
Corrie ten Boom
Jede Sorge, die zu klein ist um ein Gebet zu werden, ist zu klein um eine Last zu werden.


Franz Kamphaus
Christ wird man nicht mit dem kategorischen Imperativ: Du sollst Gott lieben, sondern mit dem kategorischen Indikativ: Du bist von Gott geliebt.


m.e.
"Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten."


C.S. Lewis
Man weiss nie, wie sehr man eine Sache wirklich glaubt, bis deren Wahrheit zu einer Frage von Leben oder Tod wird. Es fällt einem leicht zu versichern, man halte ein Seil für stark und zuverlässig, solange man es nur dazu braucht eine Kiste zu verschnüren. Aber angenommen, man müsste an diesem Seil über einem Abgrund hängen. Stellte sich nicht dann erst heraus, wie man ihm wirklich traut? CSL


Magnus Malm
Es liegt soviel Fluchtverhalten in unserem Streben nach dem ‚geistlichen Leben'. Wir flüchten uns aus unserer konkreten, scheinbar so banalen Wirklichkeit, die voll von Gottes Nähe ist, in ein künstliches Dasein, das unseren Vorstellungen von Frömmigkeit und Heiligkeit entspricht, wo es Gott aber nicht gibt. Solange man selber bestimmen will, wo man Gott findet, birgt es keine Gefahr, dass man ihn trifft! Man trifft nur sich selbst - eine retuschierte Ausgabe seines Ichs. Echtes geistliches Leben fängt dort an, wo ich bereit bin zu sterben. Und gibt es ein schnelleres Sterben, als wenn wir Gott Augenblick für Augenblick unser Leben umformen lassen und unaufhörlich sein Werk bejahen? Auf diese Weise ja zu Jesus zu sagen, führt mich früher oder später zum Kreuz, und dort stirbt mein alter Mensch, und der neue wird frei. MM

Magnus Malm, schwedischer Theologe und Verleger.


Francis Schaeffer
Beim christlichen Leben geht es letztlich nicht um äusserliche, sondern um innere Dinge. Den Höhepunkt der Zehn Gebote bildet das zehnte Gebot in 2. Mose 20: "Du sollst nicht begehren." In diesem Gebot, nicht zu begehren, geht es ganz und gar um eine innere Haltung. Die Begehrlichkeit oder Gier ist von ihrer Natur her niemals eine Äusserlichkeit. Es ist aufschlussreich, dass dies das letzte der Zehn Gebote Gotte ist, also gewissermassen der Abschlussstein. Am Ende gelangen wir zu einer inneren Haltung und nicht zu äusserlichen Verhalten. Ja, tatsächlich übertreten wir dieses letzte Gebot, das Gebot, nicht zu begehren, bevor wir irgendeines der anderen übertreten. Der durchschnittliche "moralische" Mensch, der sich ein Leben lang mit anderen verglichen und sein Verhalten an einer verhältnismässig einfachen Liste von Regeln gemessen hat, kann der Meinung sein, eigentlich sei sein Leben doch ganz in Ordnung. Aber wenn er dann mit dem inneren Gebot, nicht zu begehren, konfrontiert wird, wird er plötzlich auf die Knie gezwungen. FS

Francis Schaeffer (1912-1984) war Pastor und Philosoph.


Bill Hybels
Er war die Nummer eins der Einsen, der unbestrittene King. Und doch war er von einem tiefen Gefühl der Demut geprägt. Jesus, als Gott, verdiente eindeutig jeden Titel, den er besass, seine Stellung und seine Anerkennung. Und doch wollte er mit den Menschen auf einer Stufe stehen. Während die religiösen Führer seiner Zeit Geschmack an der Trennung zwischen ihnen und dem "gemeinen Volk" fanden, versuchte Jesus, die Barrieren nieder zu reissen, und zwar selbst dort, wo sie aus seinen göttlichen Rechten resultierten. Demut war der Kern seiner Philosophie. Gewöhnlich benutzte er seine Mach für die Machtlosen, zeigte Liebe den Ungeliebten und diente denen, die ihm wahrscheinlich diesen Dienst nicht erwidern konnten. Mit charakteristischer Konsequenz verweigerte er sich wiederholt einer Hierarchie, die auf Vorbehalte beruhte.



Klaus Douglass
Die Liebe Jesu beschränkt sich keineswegs auf die Vergebung. Gottes Gnade nimmt uns zwar an, wie wir sind, aber sie lässt uns nicht so, wie wir sind. Der verlorene Sohn etwa kommt mit seinen schmutzigen Kleidern nach Hause, und der Vater umarmt ihn, so wie er ist. Aber er lässt auch ein neues Kleid holen und mit dem Ring, den er ihm ansteckt, überträgt er ihm eine neue Aufgabe. Die Liebe Jesu ist nicht nur eine vergebende, sondern auch eine verändernde und eine beauftragende Liebe. Sie äussert sich nicht nur in einem Zuspruch, sondern auch in einem Anspruch. KD

Klaus Douglass ist Gemeindepfarrer in Niederhöchstadt bei Frankfurt.



Markus Spieker
Mich hat ein befreundeter katholischer Journalist einmal mit seiner Kritik an der unerträglichen Leichtigkeit des postmodernen Christseins beeindruckt. Wir Christen hätten es gerne "nett", bemerkte er, und das sei unser Problem: "Wir werden nichts verändern, wenn wir nicht bereit sind, es weniger nett zu haben als andere." Auch uns droht die materielle Sattheit spirituell auszuhungern. Wenn es dem Christen zu gut geht, bleibt er auf dem Sofa. La dolce vita statt la via dolorosa. Uns würde nicht nur mehr geistlicher Tiefgang gut tun, sondern auch ein kräftiger Schuss Testosteron. Schluss mit "nett". Ich bitte darum, dass wir mit uns selbst hart ins Gericht gehen. Damit unsere Mitmenschen nicht dahin kommen. MS

Dr. Markus Spieker ist Berlin-Korrespondent des Mitteldeutschen Rundfunks. hm


Michael Herbst
Es steht nirgends in der Heiligen Schrift, dass Gott nur einen Plan für uns hat, nirgends! Das ist eine fromme Erfindung. Es ist nicht Gottes Art, uns wie Marionetten zu bedienen. Gott führt uns nicht am Gängelband. In vielen, vielen Dingen lässt er uns freie Wahl und verspricht uns, dass er durch alle Irrungen und Wirrungen hindurch mit geht und uns beisteht. In der Bibel lese ich nicht, dass Menschen Fehler machen und dann nur noch zweitbeste Lebenschancen haben. In der Bibel höre ich von Menschen, die manches Dumme entscheiden und immer wieder zweite Chancen bekommen. Ich höre aber auch von Menschen, die in Gottes Nähe stark und klug wurden und weise Entscheidungen treffen konnten.

Michael Herbst, Professor für praktische Theologie in Greifswald.


Manning Brennan
Du magst unsicher, unzulänglich, missverstanden und ein Dickwanst sein. Tod, Panik, Depression und Enttäuschung mögen dir zu Leibe rücken. Aber du bist nicht nur das. Du bist angenommen. Verwechsle nie deine Selbstwahrnehmung mit dem Geheimnis, dass du wirklich angenommen bist. Paulus schreibt: "Er hat zu mir gesagt: ‚Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.'" Worin auch immer unser Versagen konkret bestehen mag, in der Gegenwart Christi brauchen wir nicht den Blick zu senken. Jesus kommt nicht für die supergeistlichen Menschen, sondern für die Wankelmütigen, unsicheren, die mit weichen Knien, die wissen, dass sie es nicht packen, und die nicht zu stolz sind, um die erstaunliche Gnade anzunehmen. Wenn wir aufblicken, dann stellen wir überrascht fest, dass wir in den Augen Jesu tiefes Verständnis und sanfte Anteilnahme finden.

Brennan Manning, Mentor und Autor


Nouwen Henry
Zurückhaltung, Schüchternheit, hat einen Hauch von Anmut, wenngleich sie von unserer Kultur nicht als Tugend geschätzt wird. Vielmehr gilt es, geradeheraus zu sein, den Leuten in die Augen zu schauen, ihnen ins Gesicht zu sagen, was wir denken, und zwar ohne dabei mit der Wimper zu zucken. Aber diese hemmungslose Offenheit, diese ständige Bekennerhaltung nutzen sich ab, werden in kurzer Zeit langweilig. Es ist nicht anders als bei Bäumen, die keinen Schatten werfen. Schüchterne, zurückhaltende Menschen haben lange Schatten, in denen sie viel von ihrer Schönheit vor zudringlichen Blicken verbergen. Schüchterne Menschen erinnern uns an das Geheimnis des Lebens, das sich nicht einfachhin erklären oder ausdrücken lässt. Sie laden uns ein zu einer Freundschaft in Würde und gegenseitigem Respekt sowie zu einem Zusammensein in Sympathie, das keiner vielen Worte bedarf.

Henry Nouwen (1932-1996)


Klaus Douglass
"Ihr seid die Reben" sagt Jesus. Wir sind nicht die Wurzeln, die das Wasser suchen müssen. Wir sind nicht der Stamm, dem die Tragkraft zugemutet wird. Wir sind nicht die Rinde, die irgendetwas schützen müsste. Wir sind erst recht keine Baumkrone, die über alles hinausreicht. Zweige sind wir, die am Stock bleiben und darauf angewiesen sind, zu nehmen, was wir brauchen. Wir müssen nicht suchen, wir müssen nicht tragen, wir müssen nicht schützen, wir müssen nicht glänzen, wir müssen nur bei ihm bleiben, in ihm verwurzelt bleiben. Er sorgt für unsere Reifung und führt uns dahin, dass wir Frucht bringen.

Klaus Douglass ist Gemeindepfarrer in Niederhöchstadt bei Frankfurt.
 

Ulrich Giesekus
Wie kann es sein, dass der Glaube an einen lebendigen Gott bei dem einen eine zerstörerische Kraft entwickelt und bei einem anderen zu einer wirklich übermenschlichen Stärke im Umgang mit Leid führt? Liegt es überhaupt am Glauben oder ist der eine einfach emotional labil und der andere stabil? Sind die Unterschiede womöglich gar erblich - also körperlich bedingt? Letztlich kann man diese Fragen nicht beantworten. Aber wir tun manchmal so, als könnten wir ganz sicher wissen, wie sich der Glaube auf Denken und Fühlen, auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirkt; ich bin da gerne vorsichtig: Es hat immer alles mit allem etwas zu tun - aber wie ganz genau und in welchem Mass, das wissen wir oft nicht. Und was dabei Wirkung und was Ursache ist, ist auch so eine Sache: Bei genauer Betrachtung zeigt sich meistens, dass die Wirkung auch Ursache ist und die Ursache Wirkung.

Dr. Ulrich Giesekus ist klinischer Psychologe und Studienleiter.


Peter Strauch
Wer sich offene Augen wünscht, um eine neue Wirklichkeit zu entdecken, erwartet eine besondere Therapie. Er ist der Meinung, dass zu einer neuen Wirklichkeit auch ein neuer Weg gehört. Deshalb ist er bereit, auch die ausgefallensten Anweisungen zu befolgen. Aber bei Gott werden solche Erwartungen meist enttäuscht. Ich musste zuerst lernen, dass er mir nicht sensationelle Neuigkeiten eröffnet, sondern mich im Gegenteil auf die alten biblischen Wahrheiten stiess. Dazu gehörte für mich zunächst einmal, dass ein Christ ein Eigentum Jesu ist. Mag sein, dass das nun einigen zu simpel klingt, da es doch ohnehin klar ist. Aber das ist es absolut nicht. Es gehört zwar zu den grundlegenden Wahrheiten des Neuen Testaments, dass Christsein Auslieferung an Jesus Christus bedeutet. Aber die Frage bleibt doch, ob wir diese Auslieferung im alltäglichen Leben realisieren. Es scheint mir eine Gefahr im pietistischen und evangelikalen Lager zu sein, dass wir zwar für eine biblische Verkündigung kämpfen, dabei aber das biblisch orientierte Leben aus den Augen verlieren. Jesus will nicht nur unsere Lehre, er will auch unser Leben. PS

Peter Strauch war Präses des Bundes der Freien Evangelischen Gemeinden in Deutschland. Er ist als Buchautor bekannt und hat auch zahlreiche christliche Lieder komponiert. hm



Anselm Grün
Die Erfahrung, die die ängstlichen und verschreckten Jünger in mutige Zeugen Jesu verwandelt hat, war die Auferstehung Jesu. Es war keine Einbildung, sondern eine Erfahrung, die die Jünger tief berührt und völlig umgewandelt hat. Jesus, der Auferstandene ist ihnen erschienen. Sie haben ihn gesehen. Sie sind ihm begegnet. Die Begegnung mit dem Auferstandenen hat ihnen die Augen geöffnet, wer dieser Jesus eigentlich war. Sie wussten: Jesus, mit dem sie durch Galiläa und Judäa gewandelt sind, lebt. Er ist nicht im Tod geblieben. Er lebt jetzt in der Herrlichkeit Gottes. Er sitzt zur Rechten Gottes. Den die Menschen ans Kreuz geschlagen haben, den hat Gott zum Herrn über die ganze Welt gemacht. Darin liegt die Umwertung aller Werte. Darin liegt für uns die Hoffnung, dass auch für uns alle Not und alles Zerbrechen umgewandelt werden kann, dass auch unser Leben letztlich gelingen und im Tod einmünden wird in die Herrlichkeit Gottes.

Anselm Grün, Mönch


Rick Warren
Es ist eine traurige Tatsache, dass der Herde Gottes die größten Verletzungen nicht von den Wölfen zugefügt werden, sondern von den anderen Schafen. Paulus warnt vor "christlichen Kannibalen": Wenn ihr aber wie die wütenden Hunde übereinander herfallt, dann passt nur auf, dass ihr euch dabei nicht gegenseitig auffresst" Galater 5,15. Ich fordere Sie heraus, Ihre Verantwortung anzunehmen und die Einheit Ihrer Gemeinde zu bewahren und zu fördern. Aber es wird nicht immer einfach sein. Manchmal wird es bedeuten, dass Sie etwas tun, das für die ganze Gemeinde gut ist. Es wird bedeuten, dass Sie Ihre Bedürfnisse zurückstellen müssen. Gott segnet Gemeinden die "eins" sind. In unserer Kirchengemeinde in Saddleback muss jedes Mitglied einen Vertrag unterzeichnen, der das Versprechen beinhaltet, die Einheit der Gemeinschaft zu schützen und zu fördern. Als Folge davon erlebte die Gemeinde bislang niemals einen Konflikt, der sie zu spalten drohte. RW

Rick Warren, Senior-Pastor Saddleback Church


Henri Nouwen
Die vielen Widersprüche, mit denen wir leben - zum Beispiel daheim zu sein und sich dabei heimatlos zu fühlen, viel-beschäftigt zu sein und dabei Langeweile zu empfinden, bekannt zu sein und dabei unter Einsamkeit zu leiden, zu glauben und dabei viele Zweifel zu haben -, können uns frustrieren, irritieren, ja mutlos machen. Sie geben uns das Gefühl, nie ganz anwesend zu sein. Jede Tür, die sich uns öffnet, zeigt uns, wie viele andere geschlossen sind. Aber es gibt eine andere Antwort. Dieselben Widersprüche können uns mit einer tieferen Sehnsucht in Berührung bringen: nach Erfüllung eines Verlangens, das neben allem Verlangen steht und nur Gott zu befriedigen vermag. Widersprüche, die in dieser Weise verstanden werden, schaffen die Reibung, die uns zu Gott hinbewegt. HN       

Henry J. M. Nouwen gab 1986 eine prestigeträchtige Karriere als Hochschulprofessor auf und schloss sich der "Arche"-Bewegung an, eine Gemeinschaft, die sich um Behinderte Menschen kümmert. hm


Verena Birchler
Christen haben keine Konflikte! Und wenn doch - dann wird schnell Vergebung ausgesprochen, und danach geht es wieder friedlich weiter. Aber der Friede ist nicht echt, weil die Ursprünge der Konflikte selten richtig analysiert worden sind. Ich erinnere mich an einen Konflikt vor ein paar Monaten. Es ging ziemlich temperamentvoll zu. Entscheidend war die unterschiedliche Wahrnehmung einer bestimmten Situation. Jeder wollte Recht haben bzw. war davon überzeugt, dass seine Meinung die richtige war. es kam zu einem Gespräch, bei dem ich als moderierende Drittperson dabei war. Nach ungefähr einer halben Stunde fiel der Satz, der bei den meisten christlichen Konfliktgesprächen auf den Tisch kommt: "Wir müssen einander Vergebung aussprechen und dann neu beginnen." - Vorschnelle Vergebung verhindert of nachhaltige Konfliktlösungen. Aber alle glauben, geistlich gehandelt zu haben. - Genau diese Verhinderungsformel ist es, die uns Christen davon abhält, Konflikte nachhaltig zu lösen. VB

Verena Birchler ist Kommunikations-Designerin, Journalistin und Erwachsenenbildnerin. hm


Doris Zagdanski
Worte zu finden für jemanden, der einen geliebten Menschen verloren hat, ist nicht leicht. Mit Aufmunterungsversuchen allein ist Trauernden nicht geholfen. Ich würde jedem Helfer raten, mehr an körperliche Berührungen zu denken. Wenn doch nur mehr Menschen, die sich so offensichtlich um mich sorgten, ihre Hand auf meinen Arm gelegt hätten oder wenigstens dich an mich herangetreten wären oder meinem Blick ohne Ausweichen begegnet wären, dann hätte ich viel Kraft gewonnen. Berühren ist "gefährlich" für Männer - ich muss gestehen, damals hätte ich das nicht gemacht, was ich jetzt predige. Aber ich tue es jetzt. Ich würde Männer und Frauen, die zu zurückhaltend sind, andere zu berühren, drängen, sich offen dazu zu bekennen. Direkte Anteilnahme zu zeigen ist viel besser als stille Verlegenheit oder Nichtbeachtung. Ich erinnere mich, dass ich die Fassung verlor, als ich einer Gruppe von Menschen vom Tod meiner Tochter erzählte. Der Mann neben mir nahm ganz ruhig meine Hand und drückte sie. Er hielt sie so lange, bis ich zu weinen aufhörte. Er sagte nichts, und doch hatte er alles gesagt. DZ

Nach dem Verlust einer Tochter durch plötzlichen Kindstod war Doris Zagdanski mehrere Jahre lang in der Begleitung trauernder Eltern tätig. hm


John Ortberg
Ich glaube, dass der grösste Augenblick ihres Lebens jetzt gerade ist. Diese Sekunde, dieser Herzschlag. Nicht, weil er so besonders glücklich oder schön ist, sondern weil es der einzige Moment ist, der Ihnen gehört. Jede vergangene Sekunde ist unwiderruflich dahin. Sie kommt nie mehr wieder. Wenn Sie immer zurückblicken, entgleitet Ihnen Ihr Leben. Die Zukunft beginnt eben jetzt. Sie können eine Ewigkeit damit zubringen, auf das Morgen zu warten oder sich gar Sorgen darüber zu machen. Aber auch dann werden sie Ihr Leben verlieren. Der Psalmist schreibt: "Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat" (Psalm 118,24) Dieser Moment ist Gottes unersetzliches Geschenk an Sie.

John Ortberg


Theo Lehmann
"Anweisungen an einen Unterteufel" heisst ein Buch von C.S. Lewis. Da bringt ein Oberteufel einem Unterteufel bei, wie er am besten verhindern kann, dass Menschen zum Glauben an Gott kommen. Eine wichtige Methode ist: Die Menschen auf die Vergangenheit und die Zukunft verweisen, um sie so von der Gegenwart abzulenken. Weil die Gegenwart die einzige Zeit ist, in der man mit Gott in Berührung kommen kann. Wenn du schon Christ bist und mit Gott gute Erfahrungen gemacht hast, ist das natürlich schön. Und wenn du vorhast, auch für den Rest deines Lebens mit Gott zu leben, ist das natürlich noch schöner. Aber deine Erfahrungen von früher und deine guten Absichten für später bedeuten nicht allzu viel für heute. In einer alten Mühle habe ich mal den Müllerspruch gelesen: "Die Mühle dreht sich nicht mit dem Wind von gestern." Die Frage ist: Wie stehst du jetzt zu Gott? Was hast du heute mit dem zu tun? Welche Geige spielt Jesus heute bei dir? TL

Theo Lehmann, geb. 1934, Dr. theol., war viele Jahre lang Jugendevangelist der sächsischen Landeskirche. Er lebt im Ruhestand in Chemnitz.hm


Jean Vanier
Der Abstieg in die Tiefe des Herzens ist ein Tunnel des Leidens. Es ist schmerzhaft, wenn die Mauern der Selbstherrlichkeit in sich zusammenbrechen. Aber es ist auch eine Befreiung, wenn das Kind in uns neu geboren wird und der alte Egoist stirbt. Wenn wir wirklich nach unserem Herzen leben, dann leben wir nach dem Heiligen Geist, der in uns wohnt. Wir sehen die anderen, wie Gott sie sieht. Wir sehen ihre Verwundungen und ihre Leiden, aber wir sehen sie nicht mehr als Problemfälle an: Wir sehen Gott in ihnen. Beginnen wir aber, auf diese Art zu leben, nämlich ohne den Schutz der Mauern, dann werden wir sehr verwundbar und sehr arm. "Selig die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Himmelreich." Genau diese Armut wird zu unserem Reichtum. Denn von diesem Moment an leben wir nicht mehr unseren eigenen Ruhm, sondern für die Liebe und die Kraft Gottes, die sich in unserer Schwachheit offenbart. JW       
Jean Vanier, ist der Gründer der Arche, einer internationalen ökumenischen Organisation, die Gemeinschaften gründet, in denen Menschen mit oder ohne geistige Behinderung auf christlicher Basis zusammenleben. hm


Anselm Grün
Wer hinabsteigt in seine eigene Wirklichkeit, der entgeht der Gefahr der Spaltung, die bei so vielen Frommen zu beobachten ist. Wer seine gottlosen und unmoralischen Seiten verdrängt und abspaltet, der wird sie auf andere projizieren und so in der Gemeinschaft Spaltung erzeugen. Oder er wird auf autoritäre Weise Einheit schaffen. Aber diese Einheit wird erkauft mit dem Preis eines ausgeprägten Schattens. Es werden dann unter der Oberfläche der Einheit Unduldsamkeit, Aggressivität, Härte, Selbstgerechtigkeit und Misstrauen wachsen. Der wahrhaftige Mensch stellt sich der Wirklichkeit seines Herzens.
Anselm Grün


Dag Hammarskjöld
Noch einige Jahre, und dann? Das Leben hat Wert nur durch seinen Inhalt - für andere. Mein Leben ohne Wert für andere ist schlimmer als Tod. Darum - in dieser grossen Einsamkeit - diene allen. Darum: wie unbegreiflich gross, was mir geschenkt wurde, wie nichtig, was ich "opfere".
Hallowed be thy name,
thy kingdom come,
thy will be done -
DH
 
Dag Hammarskjöld, einst UN-Generalsekretär, hinterliess ein Tagebuch, das postum veröffentlicht und ein sensationeller Erfolg wurde. Ein faszinierendes Dokument, in dem die Suche einer einsamen Seele nach Sinn und Erfüllung sichtbar wird. hm



Dietrich Bonhoeffer
Gott geht wunderbare Wege mit den Menschen, er richtet sich nicht nach der Meinung und Ansicht der Menschen. Er geht nicht den Weg, den die Menschen ihm vorschreiben wollen, sondern sein Weg ist über alles Begreifen, über alles Beweisen frei und eigenwillig. Wo der Verstand sich entrüstet, wo unsere Natur sich auflehnt, wo unsere Frömmigkeit sich ängstlich fernhält, dort, gerade dort liebt es Gott zu sein. Das ist das Wunder aller Wunder, dass Gott das Niedrige liebt … Gott ist nahe der Niedrigkeit, er liebt das Verlorene, das Unbeachtete, Unansehnliche, das Ausgestoßene, das Schwache und Zerbrochene, wo die Menschen sagen: verloren, da sagt er: gefunden, wo die Menschen sagen "gerichtet", das sagt er "gerettet", wo die Menschen sagen: Nein!, da sagt er: Ja!

Dietrich Bonhoeffer


C.S. Lewis
Es gibt keine gewöhnlichen Menschen. Wir haben nie mit blossen Sterblichen gesprochen. Nationen, Kulturen, Künste und Zivilisationen sind sterblich - ihr Leben ist gegenüber dem unseren wie das Leben einer Mücke. Aber es sind Unsterbliche, mit denen wir scherzen, arbeiten, verheiratet sind, die wir kurz abfertigen und ausbeuten - unsterbliche Schrecken oder ewiger Glanz. Das heisst nicht, dass wir ständig ernst und feierlich sein müssten. Wir müssen spielen. Aber unsere Fröhlichkeit sollte von der Art sein (und das ist tatsächlich die fröhlichste Art), wie sie zwischen Menschen besteht, die sich von Anfang an gegenseitig ernst genommen haben - ohne Leichtfertigkeit, ohne Überheblichkeit, ohne Anmassung. Neben dem Heiligen Sakrament ist unser Nächster das Heiligste, was sich uns in den Weg stellt. Wenn er ein Christ ist, so ist er fast in gleicher Weise heilig, denn in ihm verbirgt sich Christus tatsächlich - der Verherrlichende und der Verherrlichte, die Herrlichkeit selbst. C.S.L.

C. S. Lewis war Literaturprofessor, Schriftsteller und Theologe. Seine Fähigkeit, den christlichen Glauben mit scharfer Logik und doch allgemein verständlich zu erklären, hat unzähligen Menschen den Zugang zu Gott eröffnet. hm


Markus Speaker
Christen suchen der Stadt Bestes. Aber das ist in der Regel nicht da, was die Bürger wollen, sondern was sie brauchen. Der feine Unterschied kann zu feindseligen Reaktionen führen, zur subtilen Verleumdung oder beinharten Verfolgung. Mich hat ein befreundeter katholischer Journalist einmal mit seiner Kritik an der unerträglichen Leichtigkeit des postmodernen Christseins beeindruckt. Wir Christen hätten es gerne "nett", bemerkte er, und das sei unser Problem: "Wir werden nichts verändern, wenn wir nicht bereit sind, es weniger nett zuhaben als andere." Auch uns droht die materielle Sattheit spirituell auszuhungern. Wenn es dem Christen zu gut geht, bleibt er auf dem Sofa. La dolce vita statt la via dolorosa. Uns würde nicht nur mehr geistlicher Tiefgang gut tun, sondern auch ein kräftiger Schuss Testosteron. Schluss mit "nett". Damit kann man jetzt sofort anfangen. Indem man sich mit der kritischen Bestandesaufnahme, der eigenen Verbindlichkeit auseinander setzt. Ich bitte darum, dass wir mit uns selbst hart ins Gericht gehen. Damit unsere Mitmenschen nicht dahin kommen. MS               

Dr. Markus Spieker, geboren 1970, ist Berlin-Korrespondent des Mitteldeutschen Rundfunks und schreibt regelmässig für das evangelische Nachrichtenmagazin idea. hm


Peter Hahne
Die Weihnachtsbotschaft ist eine Trostbotschaft. Die drei Worte, die die aufgeschreckten Hirten von Bethlehem vor zwei Jahrtausenden hörten, trösten bis heute unverändert: Fürchtet euch nicht! Dieser Trost ist keine Garantie für ein angstfreies Leben. Trost im Sinne der Bibel heisst: Gegenwart Gottes mitten in der Angst. Dass er uns nicht allein lässt auf diesem Blauen Planeten. Dass er uns nicht in Angst versinken lässt, wenn uns persönlich das Wasser bis zum Hals steht. Der grosse Gott, der in das Weltgeschehen eingegriffen hat, will auch mein kleines Leben in den Griff bekommen. Und in seiner Hand bin ich am besten aufgehoben. PH

Peter Hahne, Fernsehmoderator aus Berlin, Bestsellerautor mit Millionenauflage, Kolumnist der grössten Sonntagszeitung Europas. Entschiedener Christ. hm


Willi Näf
Weihnachten - der Geburtstag eines kleinen Tischlersohns aus einem verrufenen jüdischen Kaff namens Nazareth, der unehelich in einem Stall geboren wurde, zum obskuren Wanderprediger, Wunderheiler und Ruhestörer mutierte, im miesesten sozialen Umfeld verkehrte, sich als Sohn Gottes bezeichnete, Sabbatgesetze brach, eine verquere utopische Weltanschauung vertrat und die religiösen Machtverhältnisse so konsequent ignorierte, dass er schliesslich unter dem Beifall des Volkes hingerichtet wurde. Und dieser Tischlersohn hat 2000 Jahre Weltgeschichte geprägt.
Kaum zu glauben.
Das hat er bestimmt vom Vater. WN

Willi Näf ist Journalist und Drehbuchautor in Basel. hm


Peter Hahne
Es gab und gibt keine gewaltigere Nachricht als diese. Im hinterletzten Winkel dieses Globus setzt Gott seinen Fuß auf die Erde. Der Gott, der den Kosmos in Händen hält, Milliarden von Galaxien zu einem unvorstellbaren Ziel führt, dieser ewige Gott kommt in unsere endliche Zeit. Der allmächtige Gott kommt in einem ohnmächtigen Kind zur Welt. Der große Gott presst sich als winziges Baby in eine enge Futterkrippe. So klein wird der große Gott. Wenn das keine Nachricht ist!
James Irwin, der amerikanische Astronaut, meinte nach seinem legendären Mondspaziergang: "Es ist wichtiger, dass Gott seinen Fuß auf diese Erde setzte als der Mensch den seinen auf den Mond." PH

Peter Hahne, Fernsehmoderator aus Berlin, Bestsellerautor mit Millionenauflage, Kolumnist der größten Sonntagszeitung Europas. Entschiedener Christ. hm

Henri Nouwen
Als Nachfolger Jesu haben wir eine wichtige Botschaft: Die Tatsache, dass Gott uns liebt, und zwar nicht um dessentwillen, was wir tun oder zustande bringen, sondern dass Gott uns liebt, weil wir seine Geschöpfe sind, weil er uns aus Liebe erlöst hat und weil er uns auserwählt hat diese Liebe zu verkünden als die Quelle, der alles wirkliche menschliche Leben entspringt. HN

Henri Nouwen 1932-1996, weltweit einer der einflussreichsten spirituellen Autoren, gab seine Karriere als Hochschulprofessor auf und schloss sich der "Arche" eine Heimstätte für Behinderte an. hm
 
 
 
Ulrich Eggers
Auch heute gilt unverändert, was die Bibel sag: Die Felder sind reif zur Ernte. Ein neuer Aufbruch könnte die Zukunft der Kirche entscheidend beeinflussen und eine Kirche der Zukunft bauen, die den Glauben lebt und eine Begegnung mit dem lebendigen Jesus ermöglicht. Erfolgreich werden wir nur sein, wenn die Identität unserer Bewegung tatsächlich unseren alltäglichen Herzschlag bestimmt: Nicht die Reinheit unserer Theorie, nicht die Kompetenz unserer Leitung, nicht die Schlüssigkeit unserer Strategie wird darüber bestimmen, sondern unsere persönliche Beziehung zu Jesus. Grundlage all unserer Bemühungen um die Kirche der Zukunft bleibt deswegen die Verheißung Jesu aus Johannes 15,5: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich ihn ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." Einfacher kann man es nicht sagen. Anspruchsvoller geht es nicht. So wichtig unser Nachdenken und Arbeiten sind, bleibt bestehen, was der schwedische Denker Magnus Malm sagt: "Gott will nicht meine Arbeit, er will mich."

Ulrich Eggers, geboren 1955, ist Redaktionsleiter der Zeitschriften AUFATMEN und JOYCE in Cuxhaven. Er ist Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden.
 
 
 
Markus Spieker
Vor einem Jahr hatte ich, angelockt durch die international bekannte Worship-CDs der Gemeinde, einen "Hillsong"-Gottesdienst in London besucht. Eine perfekte Show, nur reichten während der Predigt die Finger meiner beiden Hände nicht aus, die nonchalant vorgetragenen Häresien zu zählen, Tenor: Jesus! Mach! Mich! Glücklich! Aber! Dalli! Schien ausser mir keinem aufzufallen, das Publikum akklamierte wild. Nun muss man nicht mit dem Finger auf die Briten zeigen. Auch bei uns muss man zweierlei konstatieren: einen Mangel an apologetischer Kompetenz und an ganzheitlichem Bibelwissen. Beides braucht man aber; nicht nur, um sich selbst im ausufernden Informationschaos zu behaupten, sondern auch, um die eigenen Glaubensinhalte kommunizieren zu können. Andererseits reicht es nicht, wenn wir uns in der Welt der Bibel auskennen, aber die Zeichen der Zeit nicht lesen können. Nicht nur auf die richtigen Gottesbilder, auch auf die richtige Weltanschauung kommt es an. Nur so wappnen wir uns gegen das schleichende Gift des Relativismus und Ego-Absolutismus. Wer andauernd ungeschützt mit Selbstverwirklichungs-botschaften bestrahlt wird, dessen moralisches Immunsystem ist bald porös. MS


Dominik Klenk
Es gibt nur drei Erscheinungsformen einer Gemeinde: Vertrauen, Misstrauen und Gleichgültigkeit. Nur vertraute Beziehungen schaffen geistliches und zahlenmässiges Wachstum. Es entsteht, wenn wir beginnen, wahrhaftig voreinander zu werden. Wenn wir beginnen, die glatten Masken voreinander abzulegen und uns einander in unserer Unterschiedlichkeit zuzumuten. Wenn wir endlich sagen, was wir denken, und tun, was wir sagen. Das alles ist nur möglich, wenn ein heiliger Raum des Vertrauens da ist. Innerhalb dieses Raumes sind wir wie die Bögen eines gotischen Gewölbes einander zugeordnet: auf den Schlussstein Christus hin. Wir müssen uns der kurzen Hierarchie in Christus sicher sein. Die Christusverbindung ist für alle gleich kurz. Hier gibt es keine Unterschiede. Und von Christus her ist jeder gehalten. Gemeinde ist der Ort der Hingabe - vor allem der Hingabe unserer Ideale und unseres Richtgeistes, der auseinander sprengt, was nie wieder zusammenfindet. Statt übereinander zu reden, braucht es einen Geist der Rede miteinander. Hör- und Sprachfähigkeit entwickeln sich im Raum gegenseitiger Achtsamkeit. Das kostet vor allem die Hingabe unserer kostbaren Zeit. Wir sind und bleiben eine Gemeinschaft begnadigter Sünder. Diese nüchterne Vertrautheit schafft eine Atmosphäre mit niedriger Eintrittsschwelle für Aussenstehende. DK

Dr. Dominik Klenk, geboren 1968, ist seit 2002 Leiter der Ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen (OjC) mit derzeit über 100 Mitlebenden in Odenwald und Greifswald. Dominik Klenk ist verheiratet mit Christine Klenk und Vater von drei Kindern. hm


Peter Strauch
Ich möchte Ihnen meinen Traum der Kirche der Zukunft erzählen: Sie trifft sich in einem hellen, freundlichen Gebäude, mit offenen Türen und grossen Fenstern, durch die man von draussen schon sehen kann, was drinnen passiert. Sie feiert ansprechende Gottesdienste, in denen sich Menschen ganz offensichtlich über Gott und übereinander freuen - ohne aufgesetzte Feierlichkeit und fromme Worthülsen, die nicht halten, was sie versprechen. Menschen aus allen Generationen bevölkern den Raum, etablierte Leute, traditionell gekleidet, und Teens in Alltagsklamotten. Alle begegnen sich offen, ohne Vorbehalte. Kulturelle Verschiedenheiten werden in dieser Gemeinde nicht als Problem, sondern als Reichtum angesehen. Auch ganz neue Besucher sind da, noch ein wenig unsicher betreten sie den Raum. Aber die einladende Freundlichkeit der Gemeinde bewirkt, dass sie sich schnell zu Hause fühlen. Selbstverständlich gehören auch Predigten zu meiner Wunschgemeinde, Predigten, die das Wort Gottes zur Sprache bringen, unter die Haut gehen und vor allem die Herzen treffen. In meiner Traumgemeinde hat man längst begriffen, dass zum Reichtum der Kirche nicht nur ein Haus und ein ansprechendes Veranstaltungsprogramm gehören, sondern vor allem Menschen, die auch während der Woche ausserhalb des Kirchengebäudes als Gemeinde leben, verteilt in der Stadt und mit einer grossen Ausstrahlung der Liebe Gottes in vielen Alltagsbegegnungen. PS

Peter Strauch, Jahrgang 1943, ist Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland sowie Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz. Er lebt in Witten. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. hm



Andreas Malessa
Und das Wort ward Beton und ruhte unter uns. Vielleicht müssen wir uns für die Zukunft an das Bild gewöhnen, unseren Glauben wie ein Spinnennetz zu sehen, dessen Stabilität von der Qualität seiner einzelnen Fäden und von der Anzahl der Haftpunkte ringsum garantiert wird. Und das Wort ward organisches Gewebe und lebte unter uns. Es war der Erweckungsprediger John Wesley, der die Stabilität und Flexibilität einer Gemeinde am dynamischen Zusammenspiel von vier Haftpunkten des Glaubens festmachte: Bibel, Tradition, Vernunft und geistliches Erleben. Ich sage jetzt nicht: Evangelikale haften nur an der Bibel, Katholiken nur an der Tradition, Protestanten an der Vernunft und Charismatiker am Erleben. Ich sage nur: In der Postmoderne sind stabile, flexible Netzwerker gefragt … "Herr, dein Wort, die edle Gabe - diesen Schatz erhalte mir", textete Graf von Zinzendorf, "denn ich zieh es aller Habe und dem grössten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist nicht um tausend Welten, sondern um dein Wort zu tun!" Recht hat der Mann. Was das aber unter den Bedingungen der vier Wesley'schen Haftpunkte bedeutet und warum ethische Entscheidungen so oft mit Rückgriff auf eine (zunehmend unbekannte) Bibel getroffen werden - das wird die Kirche der Zukunft erklären und vorleben müssen, finde ich. AM

Andreas Malessa ist Hörfunkjournalist beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt sowie TV-Moderator beim Südwest-Fernsehen Baden-Baden. Als Buchautor und Publizist ist der evangelisch Freikirchliche Theologe ein viel gefragter Fachreferent. hm


Dr. Markus Spieker, geboren 1970, ist Berlin-Korrespondent des Mitteldeutschen Rundfunks und schreibt regelmässig für das evangelische Nachrichtenmagazin idea. hm


Philip Yancey
Wenn ich die Berichte der Gemeinde im Neuen Testament lese, sticht keine Charakteristik stärker hervor als die Verschieden-heit der Menschen. Mit Pfingsten begann die christliche Kirche die Geschlechts-, Rassen- und Klassen-Barrieren abzubauen, welche die jüdischen Gemeinden geprägt hatten. Paulus, der als Rabbiner täglich gedankt hatte, dass er nicht als Frau, Sklave, oder Nichtjude geboren war, staunte über die radikale Veränderung: "Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: in Christus seid ihr alle eins." Ein Pastor aus Indien sagte zu mir: "Das meiste, was in den christlichen Gemeinden geschieht, einschließlich Wunder, kann in Hindu- oder Moslem-Gemeinden dupliziert werden. In meiner Region jedoch streben Christen danach, wie unbeholfen auch immer, mit Männer und Frauen von unterschiedlichen Kasten, Rassen und sozialen Gruppen auszukommen. Das ist das wirkliche Wunder. PY

Philip Yancey (Jahrgang 49) ist Kolumnist für das Magazin "Christianity Today". Er hat 16 Bücher geschrieben und gilt als einer der meistgelesenen evangelikalen Autoren. hm
 
 
 
 
 
 
 

Ulrich Eggers
Gerne kritisieren wir andere in der Kirche für ihre Liberalität und Sekularisiertheit - übersehen aber, wie gefährdet wir selbst gegenüber Verweltlichung und Zeitgeist sind. Längst schon gibt es auch in der evangelikalen Szene eine Kluft zwischen öffentlich hoch gehaltener Theologie und gelebter Praxis in den Gemeinden. Dabei zeichnen sich hier oft sehr gegensätzliche Extreme ab: Manch einer hält sich aktiv oder passiv lange konform zu seiner supersteilen, superreinen Lehre, um dann - je nach Interessenlage oder Lebenslauf - plötzlich umzukippen und die schwere Last einer nur übernommenen und nicht wirklich durchdachten und hinterfragten Haltung rückstandslos über Bord zu kippen. Andere geben zwar öffentlich die richtigen Antworten, haben aber längst eine zweite Wirklichkeit aufgebaut, mit der sie heimlich sympathisieren. Da aber über gewisse Fragen in der evangelikalen Bewegung nicht öffentlich diskutiert werden kann, kommt es auch nicht zu einer intellektuell angemessenen Selbstvergewisserung durch Diskussion und Gespräch. Die verbale Steilheit hat keine Kraft und wird spätestens von der nächsten Generation als nicht tragfähig oder glaubwürdig abgestreift. UE

Ulrich Eggers, geboren 1955, ist Redaktionsleiter der Zeitschriften AUFATMEN und JOYCE in Cuxhaven. Er ist Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden. hm



Markus Spieker
Die Kirche von morgen ist die Kirche von gestern ist die Kirche der Innovation ist die Kirche der Tradition. Im ersten genauso wie im einundzwanzigsten Jahrhundert. Sie predigt die Schöpfung und den Sündenfall, das Kreuz und das leere Grab, das Jüngste Gericht und das neue Jerusalem. Sie trifft sich in Katakomben, Kathedralen und Kinos. Sie arbeitet mit  Schriftrollen und Laptops. Sie lehrt und lebt das Reich Gottes. Von ganzem Herzen, ganzem Gemüte und mit all ihren Kräften. Die Kirche ist kein Monument der Macht, sondern eine Bewegung der Liebe. Was an ihr schön und erfolgreich ist, bestimmt Gott alleine. Er interessiert sich nicht für Statistiken, sondern für Seelen. Hier, und nicht im Weißen Haus, im Kreml oder Kanzleramt, fangen die entscheidenden Veränderungen an. Oder nicht.
Es ist unmöglich, zu sagen, in welchem Bauabschnitt wir uns gerade befinden. Werden momentan stolze Türme hochgezogen oder wird ein Seitenschiff abgerissen, damit ein neues errichtet werden kann? Weht Gottes Geist kraftvoll herein oder ersticken wir allmählich, weil wir die Fenster von innen geschlossen haben? Es ist uns nicht gegeben, das Ganze zu sehen. Alles hängt mit allem zusammen und von Gottes Geist ab. MS

Dr. Markus Spieker, geboren 1970, ist Berlin-Korrespondent des Mitteldeutschen Rundfunks und schreibt regelmäßig für das evangelische Nachrichtenmagazin idea. hm



Henry Nouwen
O Herr, das Leben geht schnell dahin. Ereignisse, die mich vor wenigen Jahren völlig in Bann hielten, sind nur noch vage Erinnerungen; Konflikte, die noch vor einigen Monaten aussahen, als seien sie für mein Leben entscheidend, scheinen jetzt belanglos und kaum der Rede wert; innerer Aufruhr, der mir noch vor ein paar Wochen den Schlaf raubte, kommt mir nun wie eine seltsame Erinnerung an die Vergangenheit vor; Bücher, die mich noch vor wenigen Tagen fesselten, scheinen mir nicht mehr so wichtig. Probleme, mit denen ich mich noch vor einigen Stunden herumschlug, können mir nichts mehr anhaben. Warum ist es so schwer, aus dieser Erkenntnis eine Lehre zu ziehen? Warum gerate ich ständig in die Schlinge von Druck und Zwang? Warum sehe ich nicht, dass du ewig bist, dass dein Reich auf immer besteht und dass für dich tausend Jahre wie ein Tag sind? O Herr, lass mich vor dich hintreten und in deiner Gegenwart die ewige, zeitlose, immer währende Liebe verkosten, die mich einlädt, meine kurzlebigen Ängste, Befürchtungen, Sorgen und Anliegen fahren zu lassen. "Sucht zuerst das Reich Gottes", sagst du, "dann wird euch alles andere dazugegeben" (Lukas 12,31). HN

Henry Nouwen, 1932-1996, gab eine Karriere als Hochschulprofessor auf und schloss sich der von Jean Vanier gegründeten "Arche"-Bewegung eines gemeinsamen Lebens mit behinderten Menschen an. Er zählt international zu den wichtigsten geistlichen Autoren. hm



Frederick Buechner
"Früher stand auf dem Merkblatt zur Autoinspektion:
‚Fahren Sie vorsichtig - das Leben,
das Sie dadurch retten, könnte Ihr eigenes sein.'
So klingt menschliche Weisheit in Kurzform.
Gott hingegen sagt Folgendes:
‚Das Leben, das du dir bewahrst, geht dir verloren.'
Mit anderen Worten:
Wenn man sich an das Leben klammert, es hortet,
beschützt und in Sicherheit bringt,
ist es am Ende niemandem etwas wert,
auch uns selbst nicht. Nur ein Leben,
das um der Liebe willen verschenkt wird,
hat sich gelohnt. Um das begreiflich zu machen,
weist Gott auf einen Mann hin, der sein Leben so sehr
hingab, dass er einen schändlichen Tod starb,
ohne einen Pfennig gespart oder Anhänger
gesammelt zu haben. Nach menschlicher Weisheit
war er ein vollkommener Narr, und jeder, der glaubt,
er könne ihm nachfolgen, ohne sich selbst
auf ähnliche Art zum Narren zu machen,
müht sich nicht für das Kreuz,
sondern für eine Illusion ab."
FB

Frederick Buechner (1926), ist amerikanischer Pastor und Buchautor. Er begann zu schreiben während seines Studiums in Princeton. Seine Romane wurden Bestseller. Er lebt mit seiner Frau Judith Merck in Vermont. hm


C. S. Lewis
Wer glaubt, für Christen sei die Unreinheit das grösste aller Laster, der irrt sich. Die Sünden des Fleisches sind schlimm, aber sie sind nicht die schlimmsten. Die schlimmsten Lüste sind alle rein geistiger Art; die Lust daran, andere ins Unrecht zu setzen, herumzukommandieren und andere von oben herab zu behandeln, anderen den Spass zu verderben oder sie zu verleumden, sich an der Macht zu berauschen und Hassorgien zu feiern. Denn zwei Mächte im Menschen versuchen, ihn von seiner eigentlichen Bestimmung abzuhalten: das Animalische und das Teuflische. Das Teuflische ist das Schlimmere von beiden. Deshalb kann ein kalter, selbstgerechter Heuchler, der regelmässig zur Kirche geht, der Hölle näher sein als eine Hure. Aber besser ist es natürlich, man ist keines von beidem … C.S.L.

C. S. Lewis war Literaturprofessor, Schriftsteller und Theologe. Seine Fähigkeit, den christlichen Glauben mit scharfer Logik und doch allgemein verständlich zu erklären, hat unzähligen Menschen den Zugang zu Gott eröffnet. hm
 
Rick Warren
Dieses Leben ist nicht alles, es ist nur die Generalprobe für die eigentliche Aufführung. Du wirst weit mehr Zeit auf der anderen Seite des Todes - in der Ewigkeit - verbringen als in dieser Welt. Die Erde ist die Vorschule, die Probevorstellung für das Leben in der Ewigkeit. Es ist das Training vor dem eigentlichen Spiel, die Aufwärmrunde, bevor das Rennen beginnt. Dieses Leben ist die Vorbereitung für das nächste. Bestenfalls verbringst du 100 Jahre auf dieser Erde, aber du wirst unendlich viel Zeit in der Ewigkeit verbringen. Deine Zeit hier ist, wie der britische Schriftsteller Sir Thomas Browne es formulierte, "nichts anderes als eine kleine Parenthese in der Ewigkeit." Du bist für alle Ewigkeit geschaffen. Salomo formulierte es so: "Gott hat alles gut gemacht, auch hat er die Ewigkeit in des Menschen Herz gelegt" (Prediger 3,11). Wenn du wirklich verstehst, dass es mehr als das Hier und Jetzt gibt und dass dieses Leben nur die Vorbereitung auf das Kommende ist, wirst du anders leben. Du wirst anfangen im Licht der Ewigkeit zu leben. RW

Rick Warren ist Pastor der Saddleback Church in Lake Forest, California und Autor des Bestsellers "Leben mit Vision". hm


Henri Nouwen
Jesus wurde am Kreuz gebrochen. Er lebte sein Leiden und seinen Tod nicht als ein Übel, das es um jeden Preis zu vermeiden galt, sondern als eine Sendung, die ihm vom Vater aufgetragen worden war. Auch wir sind gebrochen. Wir leben mit einem gebrochenen Leib, einem gebrochenen Herzen, gebrochenem Gemüt oder gebrochenem Geist. Wir leiden unter zerbrochenen Beziehungen.
Wie können wir mit unserer Gebrochenheit leben? Jesus lädt uns ein, sie zu umarmen, wie er das Kreuz umarmte, und sie als Teil unserer Sendung zu leben. Jesus verlangt von uns nicht, unsere Gebrochenheit als einen Fluch Gottes, der uns an unsere Sündhaftigkeit erinnert, abzulehnen, sondern sie anzunehmen und zu unserer Läuterung und Heilung unter den Segen Gottes zu stellen. So kann unsere Gebrochenheit ein Zugang zu neuem Leben werden. HN

Henri Nouwen, gab seine Karriere als Hochschulprofessor auf und schloss sich der von Jean Vanier gegründeten "Arche"-Bewegung eines gemeinsamen Lebens mit Behinderten an. hm
 
Ferien
Ferien machen nicht immer glücklich: Zu beachten ist die Mitten-in-den-Ferien-Falle(n): Wer endlich glücklich am Strand oder im Dschungel angelangt ist, wird dadurch noch lange nicht zwangläufig glücklich. Viele Menschen fallen in den ersten Ferientagen in ein regelrechtes Loch. Sei es, weil sich ihre hohen Erwartungen nicht erfüllen, sie mit ihrer Zeit selbst nichts anzufangen wissen oder weil es mit dem Partner nicht so harmonisch ist wie vorgestellt. Für Partnerschaften sind nämlich Ferien oft alles andere als die schönste Zeit des Jahres. Wer plötzlich rund und um die Uhr mit dem oder der Liebsten auf kleinstem Raum verbringt, hat sich oft bald nichts mehr zu sagen - oder nur noch böse Worte. Konflikte, die unter dem jahr nicht ausgetragen wurden, brechen genau jetzt auf. Konfliktlösung in den Ferien ist aber etwas ganz Fatales: Die Menschen sind es nicht gewohnt, dass ihr Leben über eine längere Zeit sich auf kleinstem Raum konzentriert, dass alles hellhörig ist, jeder mit hört und gegebenenfalls die Kinder auch noch dabei sind. Zudem ist es ja auch nicht immer einfach, für Strandfaulenzer und Kulturliebhaber, für Stadtmenschen und Naturfans, für Weltenbummler und Reiseunlustige Ferienprogramm-Kompromisse zu finden. Insgesamt muss, wer gemeinsam mit anderen Menschen in die Ferien fährt, darauf achten, dass die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden. IK

Prof. Ilse Kryspin-Exner ist Professorin für klinische Psychologie an der Universität Wien. hm
 
C.S. Lewis
Glaube, so wie ich das Wort hier gebrauche, ist die Fähigkeit, an Überzeugungen festzuhalten, die man als richtig erkannt hat, allen Emotionen zum Trotz. Stimmungen wechseln, und zwar unabhängig davon, welchen Standpunkt man verstandesmässig einnimmt. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Auch heute noch kann es geschehen, dass mir das Christentum als eine höchst unwahrscheinliche Sache vorkommt, während ich früher als Atheist das Christentum von Zeit zu Zeit unerhört überzeugend fand. Dieser Aufstand der Stimmungen gegen den Glauben ist unvermeidlich. An diesem Punkt muss der Glaube einsetzen, und man wird sehen, warum die Tugend des Glaubens so wichtig ist. Wenn es einem nicht gelingt, seine Emotionen an ihren Platz zu verweisen, kann man kein richtiger Christ, nicht mal ein richtiger Atheist sein, sondern man bleibt ein hin- und hergerissenes Geschöpf, dessen Glaube vom Wetter oder von der Verdauung abhängig ist. Deshalb muss man sich in der Tugend des Glaubens üben. CSL

C.S. Lewis, war der wohl bedeutendste christliche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Immer noch bleibt der der messerscharfe Verstand, der in Lewis' Essays sichtbar wird, unübertroffen. Seine Bücher wurden in über 30 Sprachen übersetzt und erreichten Millionenauflagen. hm


Magnus Malm
Wenn ein Mensch ja zu Jesus gesagt hat, kommt eine neue Freiheit in sein Leben. Die unerhörten Energien, die er gebraucht hat, um sein Leben selbst zu kontrollieren und zu verteidigen und selbst seinen Wert aufzubauen, werden freigesetzt. Es ist, als wenn ein erstickender Kalkpanzer, der sich um die Seele gelegt hatte, endlich zerspringt und abfällt. Der Prozess kann sich über mehrere Jahre erstrecken, aber die Zielrichtung bleibt: mehr Freiheit. Die Umstände sind nicht mehr eine Bedrohung, vor der man sich ständig schützen oder die man in seine wohlgeordnete Welt einbauen muss. Meine Arbeit muss nicht mehr die unerträgliche Bürde meiner Selbstverwirklichung tragen. Meine Mitmenschen sind nicht mehr Konkurrenten oder Rohmaterial für sein Selbstwertgefühl. MM

Magnus Malm, geboren 1951, war Redakteur eines christlichen Magazins in Schweden und Verlagsgründer. Nach einer persönlichen Krise zog er sich zu einem Sabbatjahr zurück und leitet heute Einkehrzeiten in verschiedenen Zentren der schwedischen Kirche. hm


Andy Stanley
Wenn jemand über dich tratscht, ist das gleichbedeutend wie Diebstahl. Dein guter Ruf wird geklaut. Wenn eine Frau ihren Ehemann betrügt, ist das wie Diebstahl. Sie stiehlt einen Teil des Selbstwertes ihres Mannes. Wenn ein Arbeitgeber einen Angestellten unfair entlässt, ist das gleichbedeutend wie Diebstahl. Die finanzielle Sicherheit des Angestellten wird genommen. Menschen, denen emotional etwas gestohlen wird, wollen in der Regel zwei Dinge: 1. Sie suchen Bestätigung der Tatsache, dass ihnen Unrecht geschehen ist. 2. Sie wollen, dass der Täter ersetzt, was er genommen hat. Leider sind beide Ziele problematisch. In fast jedem Fall lassen sich die beiden Absichten nicht verwirklichen. Weder erhält das Opfer Anerkennung noch wird Schadenersatz geleistet. Meistens ist es gar nicht möglich, zurückzugeben was genommen wurde. Der Täter kann nicht "zahlen" selbst wenn er wollte. Eine Beziehung kannst du nicht zurückzahlen. Verlorene Zeit lässt sich nicht vergüten. Wie willst du einen ruinierten Ruf ersetzen? Tatsache ist; die Vergangenheit lässt sich nicht widerrufen. Auf eine Wiedergutmachung zu warten ist sinnlos. Das ist der schnellste weg in die Bitterkeit. So entsteht ein Kreislauf. Verletzte Leute verletzen Leute. Opfer werden zu Schikanierern. Männer und Frauen mit Charakter haben gelernt bewusst den Schlussstrich zu ziehen. AS

Andy Stanley ist Senior-Pastor der Northpoint Community Church in Alpharetta, Georgia. Er hat das Dallas Theological Seminary absolviert (Th.M) und wurde unter anderem bekannt durch seine hervorragenden Vorträge und Bücher. hm


Klaus Douglass
Die kontinuierliche Mitarbeit in der örtlichen Gemeinde ist nicht so sehr für diese selbst, sondern vor allem für unser eigenes geistliches Leben von enormer Bedeutung. Vielen Christen bleibt ein Grossteil der für sie bereitstehenden geistlichen Erfahrungen verschlossen, weil sie, bildlich gesprochen, im Sessel sitzen bleiben. Nur in der praktischen Mitarbeit können wir die uns von Gott gegebenen geistlichen Gaben entdecken, entwickeln und entfalten. Zu unserem persönlichen Wachstum, zum Aufbau der Gemeinde und zur Ehre Gottes. Die Mühe um persönliches Wachstum bedeutet, dass wir die Verantwortung für unser geistliches Wachstum selbst übernehmen und nicht an andere delegieren. KD

Klaus Douglass, geb. 1958 in Lausanne, ist seit 1989 Pfarrer in Niederhöchstadt bei Frankfurt. Er hat in Heidelberg promoviert. hm


John Ortberg
Eine Kirche aus Steinewerfern. Ich mache mir darüber viele Gedanken. Ich habe mein ganzes Leben in der Kirche verbracht. Ich liebe die Kirche, aber manchmal frage ich mich: Warum produzieren Kirchgemeinden so viele Steinewerfer? Ich denke besonders an eine Gemeinde, zu der ich vor vielen Jahren gehörte und in der viele Menschen - nicht alle, aber zu viele - einfach kalt waren. Sie tanzten nicht, sie lachten nicht, sie besassen kaum die Fähigkeit sich zu freuen. Aber es gab etwas, woran sie Spass hatten: die geistliche Unterlegenheit anderer zu verurteilen. Irgendjemand überschritt eine Linie, verletzte ein ungeschriebenes Gesetz, hatte ein Problem - und die Nachricht davon breitete sich schnell aus. Die Leute nahmen Steine auf. Tatsache ist - auch wenn sie das niemals zugegeben hätten -, dass das Aufsammeln von Steinen ihnen Energie verlieh. Sie freuten sich darauf. Natürlich geschieht so etwas nie offen. Die Steine kommen aus dem Hinterhalt. Sie mögen auf Hochglanz poliert sein, aber sie haben trotzdem eine tödliche Wirkung. JH

John Ortberg ist Senior-Pastor der Menlo Park Presbyterian Church in Kalifornien. Er hat promoviert in klinischer Psychologie und unterrichtet am Fuller-Seminary. hm


Henri Nouwen 
Ich war nahe daran zu glauben, ich sei ein unentbehrlicher Mensch. Als ich meinen Zustand näher betrachtete, wurde mir klar, dass ich mich in einem Spinnennetz seltsamer Widersprüche verfangen hatte. Ich klagte zwar darüber, dass man so viele Forderungen an mich stellte, aber mir wurde unbehaglich zumute, wenn sie einmal ausblieben. Ich jammerte über die Last der Korrespondenz, aber ein leerer Briefkasten macht mich trübsinnig. Ich murrte über die ermüdenden Vortragsreisen, aber ich empfand tiefe Enttäuschung, wenn keine Einladungen kamen. Kurz: ich war voll Sehnsucht nach dem Alleinsein und hatte zugleich doch Angst davor, allein gelassen zu werden. Je mehr ich mir dieser Widersprüche bewusst wurde, desto mehr begann ich einzusehen, wie sehr ich in Wirklichkeit in meine eigenen Zwänge und Illusionen verliebt war und wie sehr es mir Not tat, auf Abstand zu gehen und der Frage auf den Grund zu kommen: "Gibt es unterhalb des Hin- und Hergewogens von Bestätigung und Zurückgewiesenwerden in meiner kleinen Welt einen ruhigen, beharrlichen Strom? Gibt es einen Fluchtpunkt, in dem mein Leben verankert ist und von dem aus ich voll Hoffnung und Mut und Zuversicht in die Welt hinausgehen kann?" HN

Henri Nouwen, 1932-1996, schloss sich 1986 nach über zwanzigjähriger Lehrtätigkeit an angesehenen Universitäten der "Arche"-Bewegung an, zu deren Zielsetzungen das gemeinsame Leben mit geistig Behinderten gehört. Er war bis zu seinem Tod geistlicher Leiter der "Arche-Gemeinschaft Daybreak" in Richmond Hill, Toronto. hm


Wolfgang Simson
Ich halte es an dieser Stelle wie die Ehefrau von Albert Einstein. Man fragte sie einmal, ob sie die Relativitätstheorie verstehe. "Nein", antwortete sie. "Aber ich vertraue Albert!" Mir ist klar geworden, dass diejenigen, die Gott ganz praktisch zutrauen, dass er die letzte Übersicht und die letzte Verantwortung für sein übernatürliches missionarisches Unternehmen hat, mit ihm entspannt zusammenarbeiten können, weil sie wissen, dass er weiss, was wir nicht wissen. Er kennt den nächsten Schritt, auch wenn wir im Moment nicht weiterwissen. Diese Erkenntnis beruhigt ungemein und nimmt uns alle ungesunde Hektik und jeden aktivistischen Stress. Deshalb können wir fröhlich unseren Teil der Aufgabe tun und Gott vertrauen, dass er es mit dem Rest seiner Arbeit, die durch andere getan wird, verbinden wird. Wir werden genug damit zu tun haben, uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz zu tragen und ihm die Ehre und den Ruhm zu überlassen. WS

Wolfgang Simson ist Missionstheologe und arbeitet als Strategieberater, Forscher und Journalist innerhalb des DAWN International Network. hm


Magnus Malm
Es liegt soviel Fluchtverhalten in unserem Streben nach dem ‚geistlichen Leben'. Wir flüchten uns aus unserer konkreten, scheinbar so banalen Wirklichkeit, die voll von Gottes Nähe ist, in ein künstliches Dasein, das unseren Vorstellungen von Frömmigkeit und Heiligkeit entspricht, aber wo es Gott nicht gibt. Solange man selber bestimmen will, wo man Gott findet, hat es keine Gefahr, dass man ihn trifft! Man trifft nur sich selbst - eine retuschierte Ausgabe seines Ichs. Echtes geistliches Leben fängt dort an, wo ich bereit bin zu sterben. Und gibt es ein schnelleres Sterben, als wenn wir Gott Augenblick für Augenblick unser Leben umformen lassen und unaufhörlich sein Werk bejahen? Auf diese Weise ja zu Jesus zu sagen, führt mich früher oder später zum Kreuz, und dort stirbt mein alter Mensch, und der neue wird frei. MM
 
Magnus Malm, geboren 1951, war Redakteur eines christlichen Magazins in Schweden und Verlagsgründer. Nach einer persönlichen Krise zog er sich zu einem Sabbatjahr zurück und leitet heute Einkehrzeiten in verschiedenen Zentren der schwedischen Lutherischen Kirche. hm


Howard Hendricks
Vor Jahren hatten wir in unserer Gemeinde in Dallas Mühe, einen Lehrer für den Unterricht der Primarschüler zu finden. Die Empfehlungsliste hatte nur einen einzigen Namen drauf, und als ich sah, wer der Junge war, sagte ich: "Macht ihr einen Witz?" Aber ich hatte mich gewaltig getäuscht. Der Junge übernahm die Klasse und revolutionierte sie. Ich war so beeindruckt, dass ich ihn zu mir nach Hause einlud zum Mittagessen, um ihn zu fragen, was das Geheimnis seines Erfolges war. Er zog ein kleines schwarzes Buch aus der Tasche. Auf jede Seite hatte er ein kleines Foto von einem der Buben geklebt und unter dem Namen waren Vermerke wie: "Hat Mühe im Rechnen", "kommt in die Gemeinde entmutigt", "hat einen Vater, der krank ist."
"Ich bete über diesen Anliegen jeden Tag" sagte er, "und ich kann es kaum erwarten, am Sonntag in die Gemeinde zu kommen, um zu sehen, was Gott im Leben der Jungs bewirkt hat". HH

Howard Hendricks, ist seit 1951 Professor am Dallas Theological Seminary und Vorsitzender des Center for Christian Leadership. Er ist in den USA bekannt als herausragender Lehrer und Dozent. Seine Vorträge und Seminare haben ihn über 80 Länder geführt. hm



Rick Warren
Die Einheit der Gemeinde ist so wichtig, dass das Neue Testament ihr mehr Aufmerksamkeit widmet als Himmel und Hölle. Gott sehnt sich danach, dass wir miteinander Einheit und Harmonie erfahren. Einheit ist die Seele der Gemeinschaft. Wenn Sie die Einheit zerstören, reissen Sie dem Leib Christi das Herz aus dem Leib. Einheit steht im Zentrum der Vorstellung Gottes vom Leben in seiner Gemeinde. Nichts auf der Welt liegt Gott mehr am Herzen als seine Familie - die Kirche. Er bezahlte den höchstmöglichen Preis dafür und will, dass sie bewahrt wird, besonders vor dem verheerenden Schaden, den Spaltung, Konflikte und mangelnde Harmonie verursachen. Wenn Sie ein Kind Gottes sind, ist es Ihre Aufgabe, die Einheit Ihrer Gemeinde zu bewahren. Darauf weist Paulus hin, wenn er an die Gemeinde in Ephesus schreibt: "Setzt alles daran, dass die Einheit - wie sie der Heilige Geist schenkt - nicht durch Unfrieden zerstört wird" Epheser 4,3.
 
Rick Warren ist Gründungspastor der Saddleback Church in Lake Forrest, Kalifornien, deren Gottesdienste am Wochenende von rund 22.000 Menschen besucht werden. Das Magazin U.S. News & World Report nannte ihn 2005 einen von "Amerika's Top 25 Leaders"hm


John Ortberg
Historisch betrachtet haben christliche Philosophen Sünde immer in zwei Kategorien eingeteilt: in die "Sünden des Fleisches" und in die "Sünden des Geistes". Sünden des Fleisches betreffen in der Regel ein körperliches Verlangen, das ausser Kontrolle geraten ist: Lust, Habgier, Völlerei, Trunksucht, Faulheit. Unser Fleisch ist gefallen genug, dass wir, wenn man uns genug Zeit lässt, fast alles in unserem Leben zum Götzen machen können. Die zweite Kategorie bilden die so genannten "Sünden des Geistes". Diese Sünden haben weniger mit unserer Biologie als vielmehr mit unserer Seele zu tun. Sie tragen Namen wie Stolz, Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Kritiksucht. Sie sind im Allgemeinen nicht so schillernd wie die Sünden des Fleisches. Sie beschwören nicht annähernd so viel Klatsch herauf - vielleicht weil Klatsch an sich schon zu den Sünden des Geistes zählt. Das Heimtückische an den Sünden des Geistes ist, dass sich die Betroffenen dessen nicht bewusst sind. Bei den Sünden des Fleisches merkt man irgendwann, dass man falsch gehandelt hat. Die Sünden des Geistes sind einem oft nicht einmal bewusst. Sie gehen einfach nur mit einem Stein in der Hand durchs Leben.

John Ortberg ist Pastor der Menlo Park Presbyterian Church in Menlo Park, Kalifornien. Er hat einen Masters of Divinity Degree und promovierte in klinischer Psychologie. Mehrere seiner Bücher sind Bestseller.hm


Dietrich Bonhoeffer
Wir glauben ja an allerlei, wir glauben sogar an viel zu viel - wir glauben an die Macht, wir glauben an uns selbst, wir glauben an andere Menschen, wir glauben an die Menschheit. Wir glauben an unser Volk, wir glauben an unsere Religionsgemeinschaft - wir glauben an neue Ideen - aber wir glauben über dem allem an den Einen nicht - an Gott. Und dieser Glaube an Gott würde uns nämlich den Glauben an alle die anderen Mächte nehmen, unmöglich machen. Wer an Gott glaubt, der glaubt in dieser Welt an nichts anderes, denn er weiss, es zerbricht und vergeht, aber er braucht auch an nichts "anderes" zu glauben, denn er hat ja den, von dem alles kommt und in dessen Hände alles fällt. DB

Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers hat in den vergangenen Jahren weltweit Beachtung gefunden. Zwischen dem Geburtstag am 4.2.1906 und dem Tag des gewaltsamen Todes am 9.4.1945 liegt ein Leben von nur 39 Jahren. Eines das immer noch zu uns spricht. hm



Henri Nouwen
O Herr, warum gerate ich ständig in die Schlinge von Druck und Zwang? Warum sehe ich nicht, dass du ewig bist, dass dein Reich auf immer besteht und dass für dich tausend Jahre wie in Tag sind? Lass mich vor dich hintreten und in deiner Gegenwart die ewige, zeitlose, immer währende Liebe verkosten, die mich einlädt, meine kurzlebigen Ängste, Befürchtungen, Sorgen und anliegen fahren zu lassen. "Sucht zuerst das Reich Gottes", sagst du, "dann wir euch alles andere dazugegeben." Ich werde alles Zeitgebundenen in seiner wahren Bedeutung erkennen, wenn ich es von dort aus anschauen kann, wo du mich haben willst. Herr, zeige mir deine Wege und gib mir den Mut, sie zu gehen. Amen.

Henri Nouwen 1932-1996, gab eine brillante Karriere als Hoch-schulprofessor auf und schloss sich der "Arche" an, einer Bewegung die sich um behinderte Menschen kümmert.hm


C. S. Lewis
Gott versucht, die Demut in das menschliche Herz zu pflanzen, damit der Mensch einsieht, wie unwichtig das meiste ist, dem er nachjagt. Gott will den Menschen von aller Maskerade und allen Unwahrheiten befreien, in die er sich verstrickt hat. Er will ihm zeigen, wie nebensächlich die Rolle war, die er gespielt hat. Ich wollte, ich hätte selbst schon mehr Sprossen auf der Leiter der Demut erklommen. Dann könnte ich besser beschreiben, wie einem zumute ist, wenn man diese Maskerade nicht mehr braucht. Von der Demut Gottes auch nur angerührt zu werden, bedeutet für einen Menschen so viel wie dem in der Wüste Verdurstenden eine Oase mit frischem, kühlen Wasser bedeutet.CSL
 
Ein Buch von C.S. Lewis zu nehmen und ein wenig darin zu lesen, ist wie das Öffnen eines Fensters in einem muffigen Raum. Egal, welches Thema er aufgreift, seine Geradlinigkeit und Unmittelbarkeit kommt zum Zug.hm


Peter Hahne
"Ich will so berühmt werden wie Gott", erklärte die als "Pop-Ikone" gefeierte Sängerin Madonna. Mit weniger scheint der Megastar nicht zufrieden zu sein. Eine Nummer kleiner reicht nicht. So ist der Mensch.
Gottes Mathematik ist anders. Er ist im Kleinsten am allergrössten. Wir möchten gerne hoch hinaus, er kommt tief herab. Wir wollen Recht haben, Gott will lieb haben. Wir wollen Schlagzeilen, Gott will Spuren hinterlassen. Wir möchten strotzen vor Wissen und Wundern, Gott aber kommt zum Trost für die, die nichts mehr wissen und sich auch nicht mehr wundern können. Wir wollen Aufstieg, Gott wählt den Abstieg. Er kommt durch die Hintertür zur Welt. Die Herablassung Gottes zu uns Heruntergekommenen wird an Weihnachten gefeiert, nicht das Emporkommen eines grossen Mannes. PH
 
Peter Hahne, Fernsehmoderator aus Berlin, Bestsellerautor mit Millionenauflage, Kolumnist der grössten Sonntagszeitung Europas. hm


Manfred Lütz
Warum überfallen Sie eigentlich keine Bank - wenn Sie absolut sicher sein könnten, dass Sie niemand erwischt? Was macht Sie so sicher, dass Sie demnächst nicht mit milder Spritze entsorgt werden? Es könnte doch sein, dass die Behandlungs- und Pflegekosten Ihrer demnächst festgestellten komplizierten Krankheit der Gesellschaft beim besten Willen nicht mehr zugemutet werden könnten. Warum kippt man Leichen nicht in den Sondermüll und macht aus Friedhöfen Kinderspielplätze? Woher wissen Sie, dass Ihr Mann Ihnen gerade treu ist? Woher wissen Sie, dass das Kind Ihrer Frau auch Ihr Kind ist? Also ganz im Ernst - was spricht dafür, dass Gott existiert oder dass er nicht existiert? Denn "wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt" (Dostojewski). Oder etwa nicht? ML

Manfred Lütz, renommierter Psychologe, Theologe und Essayist, lebt in Köln. Er ist Chefarzt eines psychiatrischen Krankenhauses und als Experte in Hörfunk und Fernsehen bekannt. Darüber hinaus ist er als Berater grosser Wirtschaftsunternehmen tätig. hm


Klaus Douglass
Die Tatsache, dass ein Mensch begeistert ist, sagt noch nichts über den Charakter jener Mächte und Gewalten aus, die ihn in Begeisterung versetzen. Ausserdem, und auch das gibt zur Nüchternheit Anlass, hält Begeisterung in der Regel nicht sehr lange an. Wie schnell erlöschen die Strohfeuer unserer Begeisterung, und hernach erscheint alles finsterer als vorher. Darum ist die Bibel, was unsere Begeisterung betrifft, zunächst einmal sehr zurückhaltend. Sie fordert uns auf, die Geister zu prüfen. Es ist nicht von vornherein gesagt, ob menschliche Begeisterung, auch wenn sie sich fromm gibt, wirklich etwas Heiliges ist. Darum gilt es, genau hinzuschauen und zu unterscheiden, den Dingen sehr nüchtern auf den Grund zu gehen. Und doch lässt sich nicht daran rütteln, dass der Geist Gottes Menschen in Bewegung setzt - und zwar unter dem Einfluss auch des emotionalen Bereiches.

Klaus Douglass, Jahrgang 58, promovierte in Heidelberg und ist seit 1989 Gemeindepfarrer in Niederhöchstadt bei Frankfurt. Er hat mehrere hervorragende Bücher geschrieben, theologisch fundiert, sprachlich erfrischend und didaktisch hervorragend. Eine christliche Stimme, die aufhorchen lässt. hm


Francis Schaeffer
Beim christlichen Leben geht es letztlich nicht um äusserliche, sondern um innere Dinge. Den Höhepunkt der Zehn Gebote bildet das zehnte Gebot in 2. Mose 20: "Du sollst nicht begehren." In diesem Gebot, nicht zu begehren, geht es ganz und gar um eine innere Haltung. Die Begehrlichkeit oder Gier ist von ihrer Natur her niemals eine Äusserlichkeit. Es ist aufschlussreich, dass dies das letzte der Zehn Gebote Gottes ist, also gewissermassen der Abschlussstein. Am Ende gelangen wir zu einer inneren Haltung und nicht zu äusserlichen Verhalten. Ja, tatsächlich übertreten wir dieses letzte Gebot, das Gebot, nicht zu begehren, bevor wir irgendeines der anderen übertreten. Der durchschnittliche "moralische" Mensch, der sich ein Leben lang mit anderen verglichen und sein Verhalten an einer verhältnismässig einfachen Liste von Regeln gemessen hat, kann der Meinung sein, eigentlich sei sein Leben doch ganz in Ordnung. Aber wenn er dann mit dem inneren Gebot, nicht zu begehren, konfrontiert wird, wird er plötzlich auf die Knie gezwungen. Dasselbe gilt auch für entschiedene Christen. Von Menschen aufgestellte Regeln zu akzeptieren und einzuhalten, braucht noch nicht zu bedeuten, dass ich mich in meinem Herzen vor Gott wirklich gebeugt habe. FS

Francis Schaeffer (1912-1984) war Pastor, Philosoph, Theologe, Autor und Mentor. Er gründete L'Abri Fellowship in Huemoz. Durch seine ausserordentliche Fähigkeit, biblische Wahrheit zu kommunizieren, hat er Generationen von jungen Menschen beeinflusst. hm


Philip Yancey
 
Im Laufe der Zeit ist mir das Verborgene lieber geworden als die Gewissheit. Gott verdreht uns nicht den Arm und zwingt uns niemals in eine Ecke, aus der es nur den Glauben an ihn als einzigen Ausweg gibt. Wir können nie mit einem endgültigen Beweis aufwarten, weder für uns selbst noch für andere. Mit Pascal werden wir immer "zu viel zu Leugnen" erkennen und "zu wenig zur Gewissheit". Ich schaue mir Jesus an, Gott, wie er dem Blick des Menschen dargeboten ist, wenn ich einen Beweis dafür brauche, dass Gott auf Zwang verzichtet. Jesus hat es den Menschen oft schwerer, nicht leichter gemacht, an ihn zu glauben. Er hat nie die Freiheit des einzelnen verletzt, selbst zu entscheiden, selbst gegen ihn zu entscheiden. PH

Philip Yancey (Jahrgang 49) hat einen Masters von der Graduate School of Wheaton College und von der University of Chicago. Er arbeitet als freiberuflicher Redakteur für Christianity Today. Mit 14 Millionen verkauften Bücher gehört er zu den Bestsellern der evangelikalen Autoren. Philip Yancey lebt mit seiner Frau in Evergreen, Colorado. hm


Helmut Thielicke
Die Botschaft Jesu fängt gerade nicht mit Vorschriften an. Sie beginnt nicht - wie bei Kant - mit dem Imperativ: "Du sollst." Nein: Zuerst und lange ehe etwas von mir verlangt wird, empfange ich zunächst die nötige Ausstattung, die mich allererst befähigt, dem Willen Gottes genüge zu tun. Da wird mir zunächst etwas geschenkt. Wenn ich Jesus Christus begegne, erfahre ich im ersten Akt dieses neuen und überaus aufregenden Lebensabschnitts nämlich zweierlei: Einmal fängt alles damit an, dass ich den Anruf vernehme: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein." Ich erfahre also, dass ich Gott nicht gleichgültig bin, dass er nach mir ruft und dass es ihn bewegt, wenn ich mich verloren in der Fremde herumtreibe. Er legt mir gleichsam die Hand auf die Schulter und sagt mir: "Ich bin doch für dich da, merkst du das nicht?" Und dann das andere, das meinem Leben eine neue Wendung vermittelt: Ich höre sein Wort: "Du bist mir lieb und teuer. Es stösst mich nicht ab, dass du charakterlich fragwürdig bist, dass du Dreck am Stecken und Flecken auf deiner Weste hast. Ich möchte dich doch gerade aus dem dunklen Loch herausholen, in dem du so hilflos hockst, und möchte dich an der Freiheit teilnehmen lassen, die meine Nähe dir schenkt. Denn ich habe dich lieb und du gehst mir nahe." Diese Nachricht versetzt meinem Leben in der Tat ganz neue Impulse. HT

Helmut Thielicke war Dozent für Systematische Theologie in Erlangen und Heidelberg. Die Nazis auferlegten ihm ein totales Rede- und Reiseverbot. Nach dem Krieg wurde er als erster Dekan an die Universität Hamburg berufen. 1960/61 war er Rektor an der Uni Hamburg. 1986 ist der beliebte Theologe verstorben. hm


Gordon MacDonald
Die zwölf Männer, die Jesus Christus folgten und schliesslich seine Gemeinde gründeten, stellten eine merkwürdige Gruppe dar. Ich selbst hätte mir keinen von ihnen ausgesucht, einer Bewegung von dem Ausmass der Mission Christi vorzustehen. Aber Jesus berief sie, und das Ergebnis ist bekannt. Offen gesagt wären einige von jenen Freiwilligen, die Jesus abgelehnt hat, mehr nach meinem Geschmack gewesen. Sie waren Draufgänger; sie wussten Dinge anzupacken. Sie scheinen vor lauter Enthusiasmus beinahe geplatzt zu sein. Aber er lehnte sie ab! Warum nur? Vielleicht sah Jesus mit seinem einzigartigen Durchblick ihr Innenleben und sah Gefahrenzonen. Er sah vielleicht gehetzte Männer, die etwas aus sich machen wollten. Vielleicht war ausgerechnet das, was ich an ihnen mag, ein Problem: Sie wollten die Situation kontrollieren und selbst bestimmen, wann es losgehen sollte und mit welchem Ziel. Christus ist nicht willens, mächtige Taten im Innenleben von Menschen zu vollbringen, die dermassen gehetzt sind. Er hat es niemals getan. Er scheint es vorzuziehen, mit Menschen zu arbeiten, die er beruft. Und deshalb kennt die Bibel keine Freiwilligen, nur Berufene. GMD
 
Gordon MacDonald hat einen M.Div. Abschluss vom Denver Seminary. Er ist Präsident von World Vision International, Bestsellerautor und beliebter Konferenz-Referent. hm
 
 
 
John Ortberg
Jeder Mensch stellt einen bestimmten Anspruch an seine Freunde, auch wenn dieser oft unausgesprochen bleibt. Er lautet: "Motiviere mich. Appelliere an das Beste in mir. Glaube an mich. Ermutige mich, wenn ich versucht bin, aufzugeben. Sag mir die Wahrheit, hilf mir mein Potenzial auszuschöpfen, inspiriere mich." Sie können sich gar nicht vorstellen, was es für Menschen bedeutet, wenn Sie dieses Bedürfnis erfüllen. Tatsache ist, dass die meisten Menschen im Leben regelrecht erschlagen werden: erschlagen von ihrem Versagen, erschlagen von ihrem Job, erschlagen von ihren Familien, erschlagen von ihren Enttäuschungen, erschlagen von den Stimmen in ihrem Inneren. Am Anfang stehen unsere strahlenden Träume, grossen Hoffnungen, edlen Vorsätze und manchmal verblassen sie einfach im Kampf um das blosse Überleben. Tief im Herzen eines jeden Menschen mit dem Sie zusammenarbeiten, -spielen, -leben, hängt ein Schild, auf dem Sie, wenn Sie sich die Zeit dazu nehmen, lesen können: "Inspiriere mich." Fordere mich zum Wachstum heraus, und feiere mit mir, wenn ich mich weiterentwickelt habe. Hilf mir, die Lasten zu schultern, die mir das Leben auferlegt. Und Sie können dies tun. JO
 
John Ortberg ist Pastor der Menlo Park Presbyterian Church in Menlo Park, Kalifornien. Er und seine Frau Nancy haben drei Kinder. John hat verschiedene Bestseller publiziert. Er schreibt kreativ, spritzig und mit Humor. hm


Dorothy Sayers
Wir fallen nicht besonders auf durch die Liebenswürdigkeit, mit der wir bei den Zöllnern und Sündern zu Tische sitzen. Irgendwie stellen wir, obwohl wir die besten Absichten von der Welt haben, den typischen Christen dar, der sehr viel Ähnlichkeit mit einem fürchterlich übellaunigen Langweiler hat - und das alles im Namen dessen, der mit Sicherheit niemals in den dreissig Jahren seines irdischen Daseins einen einzigen Menschen gelangweilt hat. Lasst uns um Himmels willen das Göttliche Drama hervorziehen unter der schrecklichen Anhäufung schlampigen Denkens und kitschiger Gefühle und es wieder auf die Bühne bringen, um die Welt zu schockieren und zu irgendeiner Form von kräftiger Reaktion zu bewegen. Wenn die Frommen die ersten sind, die erschreckt werden, um so schlimmer für sie - dann werden andere vor ihnen in das himmlische Königreich eingehen. Es ist doch wohl die Aufgabe der Kirche, nicht Jesus den Menschen anzugleichen, sondern die Menschen Jesus anzugleichen. DS
 
Dorothy Sayers studierte in Oxford. Sie war Poetin, Autorin und Apologetin. Eine brillante, herausragende Persönlichkeit. Ihre Literatur machte sie weltberühmt. hm


Anselm Grün
Unsere Freiheit ist immer auch begrenzt. Wir sind nicht Gott, der aus dem vollen schöpfen kann. Wir können uns nicht jedem Menschen frei zuwenden, sonst sind wir irgendwann am Ende unserer Kraft, sonst überfordern wir uns selbst. Wir müssen in aller Demut unsere Grenzen anerkennen, innerhalb derer wir uns vorbehaltlos andern zuwenden können. Allerdings gibt es heute auch genügend Menschen, die vor lauter Sichselbstabgrenzung ständig in der Angst leben, sie könnten einmal zu schnell ja sagen, wenn jemand sie braucht, sie könnten sich überfordern, sie könnten ausgenützt werden und ausbrennen. Wer wirklich frei ist, der kann sich in aller Freiheit auf den andern einlassen, ohne ständige Angst, dass er selbst dabei zu kurz kommt, dass er nicht genügend Kraft hat, um zu helfen. AG
 
Anselm Grün, Dr. theol., geb. 1945 leitet die Verwaltung der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Er ist geistlicher Berater und Seminarleiter. Er gehört zu den meistgelesenen christlichen Autoren der Gegenwart. hm


Howard Hendricks
Die Gemeinde Jesu von heute leidet unter einer schweren Identitätskrise. Sie gleicht einem Menschen, der sein Gedächtnis verloren hat und nun herauszubekommen versucht: Wer bin ich? Die Krise wird dadurch noch verschärft, dass die Gemeinde unter ständigem Beschuss von aussen und auch von innen steht. Jemand hat es recht drastisch ausgedrückt: Die Gemeinde gleiche der Arche Noah. Wenn draussen nicht der Sturm so tobte, könnte man es vor Gestank drinnen nicht mehr aushalten. Häufig wird mir die Frage gestellt: "Hat die Gemeinde noch eine Zukunft?" Das hängt davon ab, welche Sie meinen. Ihre Gemeinde? Ich kann nicht dafür garantieren, dass sie die nächsten Monate gut übersteht. Wenn Sie aber die Gemeinde Jesu Christi meinen, dann kann ich Ihnen versichern, dass sie nie untergehen wird. Christus hat gesagt: "Die Pforten der Hölle sollen sie (die Gemeinde) nicht überwältigen". Er wusste um die Schwierigkeiten, Widerstände und Probleme, aber auch, dass seine Gemeinde die Oberhand behalten würde. HH

Howard Hendricks ist Chairman of the Center for Christian Leadership. In den USA einer der bekanntesten und beliebtesten Bibellehrer. Als Dozent am Dallas Theological Seminary hat er Generationen von Studenten mit seiner herausragenden Lehrbegabung geprägt. hm


C.S.Lewis
Ich soll erklären, was die Christen glauben, und ich will mit dem Hinweis beginnen, dass Christen das eine nicht zu glauben brauchen: Als Christ braucht man nicht zu glauben, dass alle anderen Religionen durch und durch falsch sind. Ein Atheist muss den entscheidenden Inhalt aller Religionen dieser Welt in Bausch und Bogen für einen einzigen grossen Irrtum halten. Dem Christen steht es frei, davon auszugehen, dass selbst die abstrusesten Religionen zumindest ein Körnchen Wahrheit enthalten. Solange ich Atheist war, musste ich mir immer einreden, der grösste Teil der Menschheit habe sich in der für ihn wichtigsten Frage ständig im Irrtum befunden. Als Christ konnte ich dann die Dinge grosszügiger betrachten. Wo das Christentum allerdings in seinen Auffassungen von anderen Religionen abweicht, ist für einen Christen natürlich die christliche Auffassung ausschlaggebend, nicht die der anderen. Es gibt hier wie in der Mathematik nur eine richtige Antwort auf eine Frage; alle anderen Antworten sind falsch. Aber wie in der Mathematik kann die eine verkehrte Antwort dem richtigen Ergebnis immer noch näher kommen als eine andere falsche Antwort, die vielleicht schon vom Ansatz her verkehrt ist. C.S.L.
 
Der messerscharfe Verstand des Literaturprofessors aus Oxford bleibt unübertroffen. Das Leben dieses irsch-englischen Gelehrten war so facettenreich wie seine Bücher, und ebenso überzeugend. Seine Klassiker werden heute noch gelesen. hm


John Koessler
Der "Erfolg" einer Gemeinde wird nicht gemessen an ihrer Grösse. Natürlich stimmt es, dass das Neue Testament von der numerischen Grösse der frühen Gemeinde berichtet, aber solches Wachstum wird immer Gott zugeschrieben nie irgendwelchen Leuten (Apg. 2,47; 1. Korinther 3,6) In der Bibel gilt zahlenmässiges Wachstum, oder dessen Fehlen, nie als Kriterium bei der Beurteilung des Dienstes einer Person. Die Idee, dass Petrus oder Jesus "erfolgreich" waren, wenn viele Menschen positiv auf ihre Predigt reagierten, oder dass sie "versagten", wenn die meisten Leute ihre Botschaft ablehnten, ist der Bibel völlig fremd. Manchmal zog Jesus grosse Volks-mengen an, andere Male liefen die Leute davon. Hat die Anzahl seiner Zuhörer über Erfolg oder Misserfolg seines Auftrags bestimmt? Die Bibel ruft uns zum Dienst, zur Demut, zur Treue und zu reinen Motiven. Sie ruft uns nicht zu eindrücklichen Zahlen. Gott erwartet von uns Treue in der Ausübung unserer Berufung, die Resultate überlassen wir getrost ihm.
 
John Koessler ist Pastor, Autor und lehrt seit 1994 am Moody Bible Institute in Chicago. Er ist Leiter des Departments für Pastorale Studien. Koessler schreibt auch für diverse christliche Zeitschriften und ist ein gefragter Gastredner für Seminare und Konferenzen.hm


Tim Hansel
Ein Mann wurde gebeten in einer grossen Gemeinde zu reden. Am Pult angelangt sagte er: "Meine Predigt hat drei Punkte." Die meisten Zuhörer waren eher gelangweilt, sie hatten eine solche Einleitung schon oft gehört. Aber er machte weiter. "Mein erster Punkt ist der: Es gibt heute auf dieser Welt rund zwei Milliarden Menschen, die den Hungertod sterben." Die Reaktion der Zuhörer blieb unverändert, ähnliches wurde schon viele Male berichtet. Dann sagte der Redner: "Mein zweiter Punkt …" als er "zweiter Punkt" sagte, merkten alle auf, nur zehn oder fünfzehn Sekunden waren vergangen, und er war bereits bei seinem zweiten Punkt? Der Prediger pausierte einen Moment, dann fuhr er fort: "Mein zweiter Punkt ist der, dass den meisten von euch diese Tatsache verdammt egal ist!" Er pausierte noch einmal, während verschiedene Zuhörer sich räusperten. Dann sagte er: "Mein dritter Punkt ist der: die wirkliche Tragödie unter Christen heute ist die, dass viele von euch sich mehr darüber aufregen, dass ich "verdammt" gesagt habe, als darüber, dass zwei Milliarden Menschen vor Hunger sterben." Dann setzte er sich. Die ganze Predigt hat weniger als eine Minute gedauert. Kaum jemand konnte sie je vergessen. TH
 
Tim Hansel hat zwei Abschlüsse an der Stanford University gemacht, ist Buchautor und Gründer von "Summit Expedition". Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Kalifornien. hm


Brennan Manning
Nachdem es das Lukasevangelium zum ersten Mal ganz durchgelesen hatte, sagte ein Mädchen: "Mann! Jesus, der hat total was übrig für Aussenseiter." Da hatte sie nicht Unrecht. Unverhältnissmässig viel Zeit verbrachte Jesus mit Menschen, die in den Evangelien beschrieben werden als die Armen, Blinden, Lahmen, Aussätzigen, Hungrigen, Sünder, Huren, Zöllner, Verfolgten, Betrübten, Gefangenen, von unreinen Geistern Besessenen, Mühseligen und Beladenen, der Pöbel, der nichts von Gottes Gesetz weiss, die Kleinen, Geringsten, und Letzten. Kurz, Jesus gab sich mit den Randgruppen ab. Jesu Vorliebe für kleine Leute, für Aussenseiter und Randgruppen ist eine unwiderlegbare Tatsache, die sich überall in den Evangelien findet. Auf Schritt und Tritt stossen wir auf dieses merkwürdige Hingezogensein Jesu zu den Unattraktiven, diese komische Liebe zu den Ungebildeten und Unerwünschten. Der Schlüssel zu diesem Geheimnis ist natürlich Abba, sein Vater. Jesus tut das, was er den Vater tun sieht, er liebt diejenigen, die der Vater liebt. Das Reich Gottes gehört den Leuten, die nicht versuchen gut dazustehen oder jeden zu beeindrucken, einschliesslich sich selbst. BM
 
Der ehemalige Franziskaner Brennan Manning ist Evangelist und Bestseller-Autor und leitet Einkehrwochen in den USA. Er lebt mit seiner Frau in New Orleans.hm


Andreas Malessa
Pastor: Eine eierlegende Wollmilchsau. Wunder an genetischer Effektivität und Ausnutzbarkeit. Muss nicht alles können, aber alles machen. Und alles sein. Ehrfurchtgebietend wie der Papst und volksnah wie Willy Millowitsch. Kraftvoll-dynamisch wie Boris Becker, aber etwas besser im Reden. Das Berufsbild reicht vom Manager bis zum Meditationsmönch, vom Lokalpolitiker bis zum Psychoklempner. Dass der P. auch Mensch ist, hat einer breiten Öffentlichkeit nicht die Kirche, sondern der Süddeutsche Rundfunk klargemacht: mit der Erfolgsserie "Oh Gott, Herr Pfarrer."AM

Andreas Malessa ist Pastor und arbeitet seit 1980 als Journalist mit in verschiedenen ARD-Sendungen. Er war 18 Jahre lang im Gesangs-Duo "Arno & Andreas" unterwegs. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Das Zitat stammt aus seinem augen-zwinkernden frommdeutschen Wörterbuch. hm


Dag Hammarskjöld
Du kannst nicht spielen mit dem Tier in dir, ohne ganz Tier zu werden, nicht mit der Lüge, ohne das Recht zur Wahrheit einzubüssen, nicht mit der Grausamkeit, ohne die Zartheit des Geistes zu verlieren. Wer seinen Garten rein halten will, darf keinen Fleck dem Unkraut überlassen. DH

Dag Hammarskjöld Tod am 17.9.61 hat die Welt erschüttert. Bis auf den heutigen Tag ist unklar, warum die Maschine des UN-Generalsekretärs über dem Kongo abgestürzt ist. Er hinterliess ein Tagebuch, das postum veröffentlicht und ein sensationeller Erfolg wurde - vor allem, weil es den Diplomaten von einer sehr persönlichen Seite zeigt, eine intensive Beschäftigung des Autors mit Religion, Philosophie und Literatur enthält. hm
 

Anselm Grün
"An welchen Ort du auch hinkommst, vergleiche dich nicht mit anderen, und du wirst Ruhe finden."
Sobald wir in eine Gruppe von Menschen kommen, setzt bei uns der Mechanismus des Vergleichens ein. Ich vergleiche mich mit den andern: Schauen sie besser aus als ich? Sind sie intelligenter als ich? Verdienen sie mehr Geld als ich? Ziehen sie mehr Aufmerksamkeit auf sich, als mir das gelingt? Sind sie spiritueller als ich? Solange ich mich mit anderen vergleiche, werde ich nie zur Ruhe finden. Ich werde mich entweder entwerten und die andern aufwerten oder aber umgekehrt. Aber ich bin nie bei mir. Ich bin immer bei den andern. Und so komme ich nie zur Ruhe. AG
 
Anselm Grün, Dr. theol., geb. 1945, ist Benediktinerpater und verantwortlich für die wirtschaftliche Leitung der Abtei Münsterschwarzbach in Deutschland. Als geistlicher Berater und Kursleiter betreut er auch in Krise geratene Pastoren. Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von über 14 Millionen Exemplaren erreicht und wurden in 28 Sprachen übersetzt. hm


Paul Tournier
Ein Gespräch führen heisst in unserem Sinne keineswegs, philosophische oder religiöse Theorien über das Leben, über Gott und den Menschen zum Besten geben. Die Menschen, die mir wahrhaft geholfen haben, waren nicht diejenigen, die mir auf das, was ich ihnen von mir erzählte, mit Ratschlägen, Ermahnungen oder Theorien geantwortet haben, sondern gerade diejenigen, die mir zunächst schweigend zuhörten und dann von ihrem persönlichen Leben, von ihren eigenen Schwierigkeiten und ihren selbst gemachten Erfahrungen erzählten. Dann, und nur dann, kam es zur Gegenseitigkeit und zum Gespräch. PT

Paul Tournier. Dr. med., wurde 1898 in Genf geboren und hat seit 1925 als Arzt in seiner Vaterstadt praktiziert. Seine Bücher erreichten bis heute eine Weltauflage von weit über 2 Millionen. hm


Hans Finzel
Wenn es eine kollektive Schwäche in der christlichen Baby-Boomer-Generation gibt, die mir immer wieder auffällt, dann diese: Der Mangel an entschiedener Hingabe für die örtliche Gemeinde. Unser hektischer Lebensstil lässt wenig Zeit für persönliche Beziehungen mit Tiefgang. Viele von uns müssen ehrlicherweise zugeben, dass wir im allgemeinen wenig Platz schaffen für irgendetwas ausserhalb unserer eigenen Umlauf-bahn. Christen überleben als Salz und Licht in der Gesellschaft kaum, ohne persönliches Engagement in der örtlichen Gemeinde. Unser Leben muss das von andern Menschen persönlich berühren. Kommunität nicht Individualität ist das Format Gottes. Mit anderen Christen verbunden zu sein nährt die Flammen unserer geistlichen Leidenschaft, die allzu leicht ausgehen, wenn wir isoliert sind. HF

Hans Finzel, Jahrgang 51, ist Absolvent des Dallas Theological Seminary. Er hat mit seiner Familie viele Jahre in Wien gelebt, um dort Gemeindeleiter für den Ostblock auszubilden. Heute ist er Präsident von CBI-International, einer Missions-Organisation, die in 65 Ländern tätig ist. Das Zitat stammt aus seinem Buch "Help! I'm a Baby Boomer." hm


Martin Luther King
Wir landeten heute Nacht in Memphis. Und einige sprachen von den Drohungen, die im Umlauf waren, und von dem, was mir von einigen unserer kranken weissen Brüder widerfahren könnte. Nun, ich weiss nicht, was jetzt geschehen wird. Schwierige Tage liegen vor uns. Aber das macht mir jetzt wirklich nichts aus. Denn ich bin auf dem Gipfel des Berges gewesen. Ich mache mir keine Sorgen. Wie jeder andere würde ich gern lange leben. Langlebigkeit hat ihren Wert. Aber darum bin ich jetzt nicht besorgt. Ich möchte nur Gottes Willen tun. Er hat mir erlaubt, auf den Berg zu steigen. Und ich habe hinübergesehen. Ich habe das Gelobte Land gesehen. Vielleicht gelange ich nicht dorthin mit euch. Aber ihr sollt heute abend wissen, dass wir, als ein Volk, in das Gelobte Land gelangen werden. Und deshalb bin ich glücklich heute Abend. Ich mache mir keine Sorgen wegen irgendetwas. Ich fürchte niemanden. Meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen. MLK
 
Das ist der Schluss der Ansprache, die King am 3. April 1968, am Abend vor seiner Ermordung, im Rahmen des Müllarbeiterstreiks in der Mason Temple Church in Memphis hielt. hm

Thomas Schirrmacher
So beliebt Römer 8,28 auch ist, so schwer tun sich viele Christen jedoch mit dem Zusammenhang, in dem er steht: die Verheissung gilt für die, die Gott vorher auserwählt, die er vorherbestimmt hat. Dabei hängt Römer 8,28 untrennbar mit der biblischen Lehre zusammen, dass Gott allmächtig ist und alle, die guten wie die bösen Ereignisse, unter seinem Ratschluss geschehen und von ihm vorherbestimmt sind. In der Bibel gibt es unzählige Texte, die davon sprechen, dass Gott alle Ereignisse in der Ewigkeit plant und nicht nur das Gute, sondern auch das Böse nicht ohne seine Einwilligung geschehen kann. Gleichzeitig sprechen unzählige Bibeltexte von der persönlichen Verantwortung des Menschen für sein Leben und sein Heil oder auch von der Verantwortung ganzer Völker. Man hat versucht, diesen scheinbaren Widerspruch dadurch zu lösen, dass man eine der beiden Seiten entschärfte. Einerseits schmälerte man die Verantwortung des Menschen mit Hinweis auf die Souveränität Gottes. Andererseits schrumpfte man die Vorherbestimmung zu einem reinen Vorherwissen Gottes. Man sollte den Versuch aufgeben, beide Seiten - Souveränität Gottes und Verantwortung geschaffener Wesen - gegeneinander auszuspielen. Wenn die Bibel beides lehrt, ist beides Wirklichkeit. TS
 
Thomas Schirrmacher promovierte in Theologie, Kulturanthropologie und Ethik an ver-schiedenen Universitäten. Er ist Rektor des Martin Bucer Seminars, wo er Systematische Theologie, Ethik und Religionswissenschaft lehrt. Er hat eine Professur für Religions-soziologie an der Universität Oradea und übt Lehraufträge an mehreren weiteren in- und ausländischen Hochschulen aus. Sein Hauptwerk ist eine achtbändige theologische Ethik, aus der auch das Zitat stammt. hm


Theo Lehmann
Den Hybels ansetzen
Nichts gegen Bill Hybels. Der Mann ist einfach Spitze. Nichts gegen Kongresse, die das, was er in Chicago macht, in old Germany bekanntmachen. Aber noch notwendiger ist, dass erst mal die einfachsten Dinge gemacht werden, die jeder machen könnte und müsste: zum Beispiel im Hausdienst mithelfen und die Besucher am Eingang freundlich empfangen. Das sind ja nun die abgelatschtesten Tips, die man sich denken kann. Aber warum denken sich nur die Leute alle naselang die grossartigsten Sachen aus, wenn sie die normalsten, bekanntesten und bewährtesten nicht tun? Man traut es sich ja kaum zu sagen, dass eine freundliche Begrüssung am Eingang wichtig ist - weiss doch jeder. Ja, macht aber nicht jeder. Und das ist der Punkt. Hybels macht's. TL
 
Theo Lehmann, geb. 1934 in Dresden, ist Pfarrer und hat im Bereich der Jassmusik promoviert. Während vielen Jahren war er Jugendevangelist der sächsischen Landeskirche. Seine Gottesdienste sind weit über Sachsen hinaus unter Jugendlichen bekannt geworden, ebenso seine Lieder und das von ihm mitorganisierte Liedermacherfestival. hm


Dorothy Sayers
Die schlechtesten religiösen Filme, die ich jemals gesehen habe, waren von einer Firma produziert, die ihre Beschäftigten ausschliesslich nach ihrer Frömmigkeit auswählte. Schlechte Kameraführung, schlechte Schauspielerei und schlechte Dialoge führten zu einem so grotesk pietätlosen Ergebnis, dass der Film in keiner Kirche hätte gezeigt werden können, ohne die Christenheit in Misskredit zu bringen. Man dient Gott nicht mit fachlicher Unfähigkeit; und Unfähigkeit und Unwahrheit folgen immer dann, wenn die weltliche Berufung behandelt wird, als habe sie mit Religion nichts zu tun … Und umgekehrt: Wenn Sie einen Christen finden, der Gott durch ausgezeichnete Arbeit preist - lenken Sie ihn nicht ab und bringen Sie ihn nicht von seiner eigentlichen Berufung ab, indem Sie ihn dazu bringen, auf religiösen Treffen zu sprechen und Gemeindebasare zu eröffnen. Lassen Sie ihn Gott in der Weise dienen, zu der ihn Gott berufen hat. D
 
Dorothy Sayers war die erste Frau, die an der Oxford Universität ihr Studium abschloss. Sie wurde weltberühmt als Kriminalschriftstellerin und als kundige Amateurtheologin mit überraschenden Einsichten. Sie war auch eine engagierte Kunstphilosophin mit unabhängigem Urteil und eine treffsichere Diagnostikerin der gesellschaftlichen Trends ihrer Zeit. Das Zitat ist entnommen aus ihrem Buch "In die Wirklichkeit entlassen". hm


Tim Hansel
Wir neigen dazu, uns zu sorgen und zu grämen. Wir strampeln, um der Unzufriedenheit auszuweichen, wir streben krampfhaft nach Fröhlichkeit, als ob das etwas wäre, was man tut, statt etwas, was man ist. Wir meckern herum und beschweren uns: "Wie soll ich freudig sein, wenn links und rechts alles schief läuft", oder: "freuen werde ich mich erst, wenn alle meine Probleme gelöst sind." Voll daneben. Uns entgehen viele Gelegenheiten, kleine Freuden-Dosen zu erfahren, weil wir uns so anstrengen, Schmerz zu vermeiden, egal, ob emotionaler oder physischer Schmerz. Wenn ich gefragt werde: "Was ist schlimmer, emotionaler oder physischer Schmerz?", so lautet meine Antwort: "Ich finde, beide sind lausig". Allerdings vermute ich, dass langfristig gesehen emotionaler Schmerz destruktiver und schwieriger zu behandeln ist. Uns wird kein Gratisumweg um Probleme herum geschenkt. Was wir als Christen bekommen, ist eine geführte Tour durch unsere Troubles hindurch. TH
 
Tim Hansel hat an der Stanford University studiert. Er ist der Gründer von "Summit Expedition", eine Organisation, die gesunde und behinderte Menschen in der Wildnis trainiert, um das Leben im Alltag besser zu bewältigen. Tim Hansel ist Buchautor und beliebter Seminar- und Konferenzleiter. hm

 
Sally Morgenthaler
Christen neigen dazu, das Leben einfacher und aufgeräumter hinzustellen, als es wirklich ist. In Wirklichkeit leben wir auf einem zunehmend zerbrochenen Planeten. Egal, was man uns gelehrt hat, dieser Zerbruch schliesst das Leben von Christen und Nichtchristen mit ein. Zwar hat Christus durch seinen Opfertod für immer die Tür zum Himmelreich geöffnet, aber wir leben unser Leben immer noch im Schatten einer gefallenen Schöpfung, und wir sind im Hier und Jetzt keineswegs befreit von den Folgen des Falls. Wie kommt es dann, dass unsere Gottesdienste so oft diese Wirklichkeit ausblenden? Wie kommt es, dass unsere Lieder und unsere Predigten so oft unseren Schmerz minimalisieren, statt ihm eine Stimme zu verleihen? Wenn wir das nicht ändern, fürchte ich, dass unsere Gottesdienste für reale Menschen unbewohnbar werden. SM
 
Sally Morgenthaler hat sich intensiv mit der postmodernen Kirche, kulturell relevanten Anbetungsformen und der Spiritualität für neue Generationen auseinander gesetzt. Sie ist als Dozentin und Publizistin tätig und lebt in Colorado. hm


Wolfgang Simson
Noch bevor sie Christen genannt wurden, gab man den Nachfolgern von Jesus Christus den Namen "Der Weg". Einer der Gründe war, dass sie buchstäblich den Weg gefunden hatten, wie man lebt. Das Herzstück der christlichen Kirche wird nicht angemessen reflektiert in einer Serie religiöser Veran-staltungen in speziell für Gottesbegegnungen reservierten kirchlichen Räumen, die von professionellen Klerikern ange-boten werden. Es geht vielmehr um den Lebensstil der Nachfolger von Jesus Christus im Alltag, die als spirituelle erweiterte Grossfamilien Antworten auf Fragen leben, die die Gesellschaft stellt - und zwar an dem Ort, wo es am meisten zählt: zu Hause. Seit den Zeiten des Neuen Testaments gibt es so etwas wie das "Haus Gottes" nicht mehr. Gott lebt nicht in Tempeln, erbaut von menschlichen Händen. Die Kirche, das ist das Volk Gottes. Die Kirche ist aus diesem Grunde genau dort zu Hause, wo Menschen zu Hause sind: in Wohnhäusern. WS

Wolfgang Simson hat Missionswissenschaft studiert und arbeitet als Strategieberater, Forscher und Journalist. Seit 1985 untersucht er wachsende Gemeinden und Gemeinde-Gründungsbewegungen. Er ist Autor des Buches "Häuser, die die Welt verändern", ein engagiertes Plädoyer für das Hauskirchen-Modell. hm


Francis Schaeffer
Beim christlichen Leben geht es nicht um äusserliche, sondern um innere Dinge. Den Höhepunkt der Zehn Gebote bildet das zehnte Gebot in 2. Mose 20,17 "Du sollst nicht begehren nach dem Hause deines Nächsten…" In diesem Gebot geht es ganz und gar um eine innere Haltung. Die Begehrlichkeit oder Gier ist von ihrer Natur her niemals eine Äusserlichkeit. Es ist aufschlussreich, dass dies das letzte der Zehn Gebote Gottes ist, also gewissermassen der Abschlussstein. Am Ende gelangen wir zu einer inneren Haltung und nicht nur zu äusserlichem Verhalten. Ja, tatsächlich übertreten wir dieses letzte Gebot (nicht zu begehren), bevor wir irgendeines der anderen übertreten. FS

Francis Schaeffer war ein amerikanischer Theologe und Pastor der Presbyterianischen Kirche. Er wurde vor allem im englischen Sprachraum bekannt durch seine Publikationen und die Gründung der Kommunität L'Abri in Huemoz sur Ollon in der Schweiz. Dr. Schaeffer war einer der einflussreichsten christlichen Apologeten des 20. Jahrhunderts. Das Zitat stammt aus seinem Buch "Geistliches Leben - was ist das?" hm
Warren Wierbe
Musik hat einen wichtigen Stellenwert für Gottes Volk. Wieso kommt es dann, dass damit so viel Konfliktpotential verbunden ist? Weil die Musik die ganze Person anspricht - Gedanken, Herz und Wille. Die Gedanken werden instruiert, die Gefühle werden inspiriert, und der Wille wird herausgefordert. Ich bin überzeugt, dass unsere Gemeinden mehr Theologie (gute und weniger gute) lernen von den Liedern, die gesungen werden, als von den Predigten, die gehalten werden. Viele Predigten sind lehrmässig auf Kurs und enthalten biblische Instruktionen, aber es fehlt ihnen das nötige emotionale Element, das den Zuhörer in seinem Herzen anspricht. Die Musik jedoch erreicht die Gedanken und das Herz gleichzeitig und kann daher ein wunderbares Instrument in der Hand Gottes sein. WW
 
Warren Wierbe ist ein furioser Autor. Er hat über 100 Bücher geschrieben. Billy Graham nennt ihn "einer der profundesten Bibel-Ausleger unserer Zeit." Er war mehrere Jahrzehnte Pastor und Dozent am Grand Rapids Baptist Seminary. Das Zitat stammt aus dem Buch "Real Worship".hm

Ulrich Eggers
Ich sehe uns da noch sitzen: Zehn Leute aus ganz unterschiedlichen Kirchen um einen Tisch vereint, um ein neues Projekt aus der Taufe zu heben. Wie üblich nehmen wir uns auch Zeit, um offen von unserem persönlichen Ergehen zu berichten. "Also, ich hatte in den vergangenen Wochen eine harte Zeit", meint einer. "Viele Termine, viel Stress. Aber es ist ganz wunderbar, ich erlebe im Augenblick: ‚Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark'! Da läuft so viel bei mir, was eigentlich gar nicht klappen kann, aber es ist wirklich so: ‚Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark!'" Die Runde schweigt einen Augenblick. Dann meint einer: "Also, ich weiss nicht: Wenn ich schwach bin, dann bin ich schwach! Und dann sage ich nur: ‚Herr, erbarme dich' - und weiss nicht, wie es weitergehen soll…" Einige lachen oder lächeln. "Starke Anmerkung", denke ich. "Sehr wahr - und zugleich noch eine nette kleine Korrektur der ein wenig zu vollmundig daherkommenden Schilderung des Kollegen."
Ulrich Eggers, Jahrgang 1955, ist Redaktionsleiter der Zeitschriften AufAtmen und Joyce. Erst kürzlich hat er auch die Leitung des Bundesverlages übernommen. Zusammen mit drei anderen Ehepaaren lebt er in der Weggemeinschaft Dünenhof bei Cuxhaven.hm
 
Wolfgang Vorländer
Es hat fast den Anschein, dass der Heilige Geist geradezu mit Vorliebe darauf aus ist, die unterschiedlichsten Menschen zu neuem Leben zu erwecken und sie in die Gemeinde zu locken! Er möchte Menschen unter der Herrschaft Jesu zusammenführen, die gerade nicht für ein solches Miteinander prädestiniert sind. Die Frage ist nur, ob wir das auch wollen. Ob uns die Versöhnung, die Jesus am Kreuz vollbracht hat, so viel wert ist, dass wir nun unser Zusammenleben als Christen zu einem Bewährungs- und Praxisfeld der Versöhnung machen. Das kann nur so beginnen, dass wir die Gegensätze nicht ausschliessen, sondern "hereinbitten". WV
 
Wolfgang Vorländer ist Pfarrer und Bundessekretär für Mitarbeiterbildung beim CVJM-Westbund. Das Zitat stammt aus seinem Buch "Gelebte Hoffnung". hm


Theo Lehmann
Der verlorene Sohn kommt zurück. Und jetzt stellt der Vater sich nicht händereibend an die Türe und sagt hämisch: "Da kommt er an, der Lumpenhund, den werde ich aber zusammen-stauchen." Er stellt kein peinliches Verhör an: "Wo warst du solange? Wie siehst denn du überhaupt aus? Wo ist das Geld?" Er macht ihm keine Vorwürfe, keine bissige Bemerkungen, keine Frage, keine Szene, keine Nervereien, kein Wort. Er schweigt. Und das ist das, was mich an dieser Geschichte am meisten beeindruckt. In der ganzen langen Geschichte spricht der Vater nicht ein einziges Wort. Erst jetzt am Schluss, nachdem er seinen Arme geöffnet hat, öffnet er zum ersten Mal den Mund und sagt: "Dieser junge Mann ist mein Sohn. Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden." Siehst du, so ist Gott. Er wartet ja nur auf dich, dass du endlich heimkommst. Nicht um dich fertig zu machen, sondern um aus dir einen neuen Menschen zu machen. TL
 
Dr. Theo Lehmann, Chemnitz, geb. 1934 in Dresden, war viele Jahre Jugendevangelist der sächsischen Landeskirche. Er ist weit über die Grenzen der ehemaligen DDR hinaus bekannt geworden. Er hat auch über ein Dutzend tolle Bücher geschrieben. Das Zitat stammt aus dem Predigtband "Verrückt aus Liebe".hm


Philip Yancey
Jesus war der Freund der Sünder. Er stellte nicht
einen gottesfürchtigen Pharisäer, sondern einen kriecherischen Zöllner als Vorbild hin. eine Samariterin, die fünf gescheiterte Ehen hinter sich hatte und nun mit einem weiteren Mann zusammenlebte, war der erste Mensch, dem er sich als Messias zu erkennen gab. Noch bei seinem letzten Atemzug vergab er einem Dieb, der nicht den Hauch einer Möglichkeit hatte, geistlich zu wachsen. Aber Jesus selbst war kein Sünder. Mich erstaunt seine kompromisslose Mischung aus Barmherzigkeit gegenüber Sündern und Hass auf die Sünde, denn in der Kirchengeschichte war und ist es meistens umgekehrt. Mit den Lippen bekennen wir zwar, dass wir die Sünde hassen, den Sünder jedoch lieben - aber wie steht es mit der Umsetzung dieses Grundsatzes? PY

Philip Yancey hat mehrere preisgekrönte Bücher veröffentlicht. Darunter auch "Der unbekannte Jesus" aus dem das Zitat stammt. hm
 
Howard Hendricks
Eines der besten Anzeichen dafür, dass ein Mann ein guter Mentor ist, ist die Tatsache, dass er bereits andere betreut. In der Geschäftswelt dauert es nicht lange, bis neue Angestellte herausgefunden haben, welche Vorgesetzten junge Mitarbeiter fördern und wer nur wenig Interesse hat, diesen zu helfen. An erster Stelle stehen diejenigen, die schon einen guten Ruf als Mentoren haben. Ganz ähnlich entwickelt sich in Gemeinden eine Mund-zu-Mund-Propaganda für gute Ratgeber. Solche Menschen haben oft eine Art "Fan-Gemeinde". Leute suchen sie regelmässig auf, um Rat und Ermutigung zu erhalten, um eine zweite Meinung zu hören und um mit ihnen zu beten. Es wird weitererzählt, dass da jemand ist, der Bescheid weiss und wirklich helfen kann. Diese Fähigkeit, Rat geben zu können, ist von grosser Bedeutung. Weisheit allein befähigt noch niemanden, einen anderen Mann zu fördern, sondern er muss auch imstande sein, gut zu kommunizieren, sein Wissen und sein Können auf die Bedürfnisse des anderen auszurichten. HH
Das Zitat stammt aus dem Buch "Man(n) braucht Freunde", Brunnenverlag. Howard und William Hendricks (Vater und Sohn) beschreiben, was Mentoring bedeutet und wie es das Leben von Männern verändern kann. hm
 
Jerry Bridges
Ein Landwirt pflügt, sät die Saat, düngt und bestellt das Feld - im Bewusstsein, dass er letztlich gänzlich abhängig ist von Kräften ausserhalb seiner selbst. Für eine erfolgreiche Ernte ist er von Gott abhängig. Landwirtschaft ist ein gemeinsames Unternehmen Gottes und des Bauern. Der Landwirt kann nicht tun, was Gott tun muss, und Gott wird nicht tun, was der Landwirt tun soll.
Wir können ebenso gut sagen: das Streben nach Heiligung ist eine gemeinsame Unternehmung Gottes und des Christen. Niemand kann auch nur ein Mass an Heiligung erlangen, ohne dass Gott in seinem Leben arbeitet, aber genauso sicher wird niemand etwas erreichen ohne Anstrengung seinerseits. Gott hat es für uns möglich gemacht, den Weg der Heilung zu gehen. Aber er gibt uns die Verantwortung des Gehens, das nimmt er uns nicht ab. Wir Christen sprechen gerne von Gottes Fürsorge, dass Christus für uns ans Kreuz gegangen ist. Aber wir sprechen nicht ebenso gerne über unsere eigene Verantwortung zum Wandel in Heiligkeit. JB
 
Jerry Bridges ist Autor und Bibellehrer. Seit vielen Jahren übt er leitende Funktionen bei den Navigatoren aus, eine christliche Organisation, die sich um Studenten kümmert. Sein Buch "Lebensstil: Heiligung", aus dem das Zitat stammt, wurde über 1 Million mal verkauft. Eine lohnenswerte Lektüre. hm


Dietrich Bonhoeffer
Der Christ hat sein Betätigungsfeld in der Welt. Hier soll er anfassen, mitschaffen und wirken. Hier den Willen Gottes tun. Und darum ist der Christ nicht resignierter Pessimist, sondern einer, der freilich von der Welt wenig erhofft - die Welt vergeht - der aber von Gott alles erhofft und darum also schon in der Welt freudig und heiter ist. DB
 
Dietrich Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nazis ermordet. Dort endete mit 39 Jahren ein Leben, dessen Wirken bis in unsere Tage hineinreicht.hm


Brennan Manning
Kommt ein Mann zum Arzt und sagt: "Herr Doktor, ich habe schreckliche Kopfschmerzen, die einfach nicht aufhören wollen. Können Sie mir etwas dagegen verschreiben?" "Das kann ich tun", sagt der Arzt, "aber erst möchte ich doch ein paar Dinge abklären. Sagen Sie, trinken Sie viel Alkohol?" "Alkohol?" erwidert der Mann entrüstet. "Das widerwärtige Zeug habe ich noch nie probiert." "Was ist mit Rauchen?" "Ich finde Rauchen ekelhaft. Ich habe noch nie in meinem Leben eine Zigarette angerührt." "Es ist mir ein bisschen peinlich, Sie das zu fragen, aber - Sie wissen schon, wie manche Männer so sind - sind Sie nachts viel unterwegs?" "Natürlich nicht. Wofür halten Sie mich eigentlich? Ich liege jeden Abend spätestens um zehn Uhr im Bett." "Sagen Sie", fuhr der Arzt fort, "diese Kopfschmerzen, sind das scharfe, stechende Schmerzen?" "Ja", antwortete der Mann, "ganz genau, scharf und stechend." "Dann ist das eine ganz einfache Sache, mein Lieber! Ihr Heiligenschein sitzt zu eng. Wir brauchen ihn nur ein wenig zu lockern."BM

Der ehemalige Franziskaner Brennan Manning ist Evangelist und Bestseller-Autor und leitet Einkehrwochen in den USA. Der Mann hat Humor. Sein Buch "Grösser als dein Herz" vermittelt eine befreiende Message.hm


John Stott
Jesus von Nazareth weckt immer noch ganz erstaunliches Interesse. Menschen sind von ihm fasziniert. Selbst jene, die nie an den Punkt gelangen, wo sie sich zu ihm zu bekennen, achten ihn mit hoher Wertschätzung. Sicher gibt es viele andere, die ihn ablehnen und verachten. Aber eines scheint schwierig zu sein, ihn einfach zu ignorieren. Selbst andere Religionen und Ideologien halten Jesus in hohen Ehren. Hindus würden ihn gerne als Nachkomme Vishnus anerkennen und ihn so in den Hinduismus integrieren, wenn er nur seinen exklusiven Anspruch aufgeben würde. Juden, die Jesus als Messias ablehnen, haben nie ihr Interesse an ihm verloren. Jüdische Gelehrte schreiben Bücher über ihn, ihre Ablehnung gilt oft mehr dem Antisemitismus als Jesus selbst. Moslems anerkennen ihn als einen der grossen Propheten, dessen Jungfrauengeburt, Sündlosigkeit, Wunder und Wiederkunft im Koran bestätigt werden. Marxisten, die Religion als Opium zur Betäubung von Armen und Unterdrückten betrachten, respektieren Jesus dennoch für seine Solidarität mit den Armen. Jesus ist und bleibt das Zentrum des Christentums. Der christliche Glaube, wenn er glaubwürdig sein will, muss ich auf die Person Jesu Christi ausrichten.

John Stott ist weltweit bekannt als Theologe und Evangelist. Während mehr als 30 Jahren ist er Rektor Emeritus der All Souls Church in London. Er hat über 40 Bücher geschrieben. Als Dozent ist er international gefragt. Das Zitat stammt aus seinem Buch "Life in Christ".hm


Klaus Douglass
Wir sind geschaffen zum Bild Gottes, wir sollten etwas vom Wesen Gottes in diese Welt hinein abbilden, aber wir haben aus dem Abbild Gottes ein Zerrbild gemacht! Ganz zweifellos: Auch im Zerrbild lebt noch etwas vom Urbild. Aber das ursprüngliche Bild Gottes ist in uns Menschen in erschreckender, ja manchmal dämonischer Weise entstellt. Ein Abbild lebt von seiner engen Anlehnung an das Original. Der Mensch kann seiner Bestimmung nur nachkommen, wenn er sich möglichst eng an das Original anlehnt. Gottebenbildlichkeit bedeutet, sein Leben so zu führen, dass Gottes Liebe für andere darin sichtbar wird. Wenn mein Leben die Liebe Gottes nicht widerspiegelt, wird alles, was eigentlich einmal meine Bestimmung war, zur blossen Karikatur. KD
 
Dr. Klaus Douglass hat in Frankfurt und Heidelberg studiert. Seit 1989 ist er Pfarrer der Andreaskirche in Niederhöchstadt, eine Gemeinde die bewusst sucherorientiert arbeitet. Das Zitat stammt aus dem Buch "Glaube hat Gründe", wohl einer der besten Grundkurse, die heute erhältlich sind. hm


Gordon MacDonald
Die zwölf Männer, die Jesus Christus folgten und schliesslich seine Gemeinde gründeten, stellten eine merkwürdige Gruppe dar. Ich selbst hätte mir keinen von ihnen ausgesucht. Aber Jesus berief sie, und das Ergebnis ist bekannt. Offen gesagt wären einige von jenen Freiwilligen, die Jesus abgelehnt hat, mehr nach meinem Geschmack gewesen. Sie waren Draufgänger; sie packten an. Aber er lehnte sie ab! Warum nur? Vielleicht sah Jesus mit seinem einzigartigen Durchblick in ihr Innenleben und sah Gefahrenzonen. Er sah vielleicht gehetzte Männer, die etwas aus sich machen wollten. Vielleicht war ausgerechnet das, was ich an ihnen mag, ein Problem. Sie wollten die Situation kontrollieren und selbst bestimmen. Vielleicht hätten wir erst, nachdem sie schon zur Mannschaft gehörten, entdeckt, dass viel mehr in ihrem Terminkalender stand, als vorher offensichtlich war. Der Sohn Gottes ist nicht willens, mächtige Taten im Innenleben von Menschen zu vollbringen, die dermassen gehetzt sind. Er hat es niemals getan. Er scheint es vorzuziehen, mit Menschen zu arbeiten, die er beruft. Und deshalb kennt die Bibel keine Freiwilligen, nur Berufene. GMD

Gordon MacDonald war während mehr als 40 Jahren Pastor in Neuengland, heute wirkt er als Editor, Mentor, und internationaler Konferenzsprecher. Er hat eine Reihe von Büchern publiziert. Das Zitat stammt aus seinem Klassiker "Getrieben oder Berufen". hm


Magnus Malm
Wenn Noah, Abraham und Mose von Gott verlangt hätten, ihnen erst haarklein zu sagen, was alles geschehen würde, hätte keiner von ihnen sich aufgemacht. Wenn die Apostel von Jesus einen detaillierten Plan verlangt hätten, wie sie das Evangelium "bis an das Ende der Erde" tragen sollten, wäre heute niemand von uns Christ. Der Ruf nach einem sichtbaren "Modell", wie die Gemeinde der Zukunft aussehen soll, dürfte eines der wirkungsvollsten Hindernisse für das Entstehen dieser Gemeinde sein. Gott hat uns einfach nicht dazu berufen, als Sklaven der Sichtbarkeit zu leben, sondern er will, dass wir im Glaubensgehorsam vor ihm leben, der uns in das Unsichtbare und Unbekannte hinausruft. Wir gehen diesen Weg nicht deswegen, weil wir wüssten, was alles geschehen wird, sondern weil wir wissen, wer Gott ist. MM

Magnus Malm, geboren 1951, war Redakteur eines christlichen Magazins in Schweden und Verlagsgründer. Nach einer persönlichen Krise zog er sich zu einem Sabbatjahr zurück und leitet heute Einkehrzeiten in verschiedenen Zentren der schwedischen Kirche. Er lebt in der Nähe von Alingsas bei Göteborg. Das Zitat stammt aus seinem bewegenden Buch "Starker Gott - verzagte Gemeinde? hm


Haddon Robinson
Die Frage, wie ich den Willen Gottes erfahre, kann uns in den Entscheidungen unseres Lebens passiv machen. Wir warten darauf, dass sich Gefühle, Eindrücke, Zufälle bei uns einstellen und uns so Gottes Willen offenbart. Wir versuchen, die Umstände zu erforschen. Das kann sogar bis zum Ungehorsam gegenüber Gott führen. Jeder Pastor kennt Menschen, die behaupten, dass Gott sie geführt habe, bestimmte Dinge zu tun, die ganz offensichtlich falsch sind. Wir müssen erkennen, dass die Frage, wie ich den Willen Gottes bei den Entscheidungen in meinem Leben erfahre, keine biblische Frage ist. Die Bibel fordert uns nicht auf, sie zu stellen, und gibt uns auch keine Antwort auf diese Frage. Wenn wir vor den Entscheidungen in unserem Leben stehen, die wir tagein tagaus fällen müssen, sollten wir nicht nach besonderen Botschaften Gottes suchen. Stattdessen sollten wir eher fragen, wie wir die Fähigkeiten entwickeln können, die nötig sind, um weise und umsichtige Entscheidungen zu treffen. HR
Haddon Robinson ist Homiletik-Professor am Gordon Conwell Seminary. Das Zitat stammt aus seinem Buch "Der Wille Gottes und die Freiheit unserer Entscheidungen". Seine kurze Betrachtung gehört wohl zum Besten, was über dieses heikle Thema geschrieben wurde. hm


Francis Schaeffer
Diejenigen, die Anerkennung von Jesus erhalten werden, sind nicht unbedingt jene, die in diesem Leben eine prominente Stellung einnahmen. Es wird viele Menschen geben, die unscheinbare Instrumente in Gottes Hand waren. Menschen, die still vor Gott lebten und von ihm gebraucht wurden. Menschen, die in den Augen anderer unbedeutend erschienen. Jeder Christ soll ein Instrument in Gottes Hand sein - an dem Platz, den Gott für ihn ausgewählt hat. Wir müssen uns unser ganzes Leben lang stets bewusst bleiben, dass es in Gottes Augen keine unbedeutenden Menschen und keine unbedeutenden Situationen gibt. Nur eines ist von grösster Bedeutung: dass wir in jedem Augenblick an dem Platz, an den Gott uns gestellt hat, ihm ganz geweiht sind. FS

Dr. Francis Schaffer war einer der einflussreichsten christlichen Denker des 20. Jahrhunderts. Er hat 23 Bücher geschrieben, die in 25 Sprachen übersetzt wurden. Zusammen mit seiner Frau Edith gründete er die L'Abri-Gemeinschaft mit Zweigen in der Schweiz, England, Frankreich, den Niederlanden und den USA. In Vorlesungen an führenden Universitäten trat er kompromisslos für die absolute Wahrheit des biblischen Glaubens und dessen Bedeutung für das ganze Leben ein. hm


C.S. Lewis
Schmerz ist nicht nur ein unmittelbar kenntliches Übel, sondern eines, das unmöglich ignoriert werden kann. In unseren Sünden und in unserer Dummheit können wir friedlich schlafen; und wer einmal einen Vielfrass beobachtet hat, wie er die köstlichsten Speisen herunterschlingt, als wisse er gar nicht, was er da isst, der wird zugeben, dass wir sogar das Vergnügen ignorieren können. Der Schmerz aber besteht darauf, dass man sich mit ihm befasse. Gott flüstert in unseren Freuden, er spricht in unserem Gewissen; in unseren Schmerzen aber ruft er laut. Sie sind Sein Megaphon, eine taube Welt aufzuwecken. CSL

C.S. Lewis war ein herausragender Denker des vorigen Jahrhunderts. Er hat ein Buch über den Schmerz geschrieben, das keine leichte, aber lohnende Lektüre ist. hm


Ulrich Giesekus
Manche behandeln ihren Körper wie einen unliebsamen Gegenstand, der mehr stört als hilft. Andere vernachlässigen ihre Psyche und trauen sich ständig mehr Stress zu, als sie ertragen sollten. Und dritte wiederum pflegen ihre Beziehung zu Gott so gut wie gar nicht (obwohl sie möglicherweise vor lauter frommen Aktivitäten rotieren). Und manche vernachlässigen gleich alle drei Aspekte - und wundern sich dann, wenn der Glaube fad wird, die Seele müde und der Körper krank … Fazit: Wohlbefinden braucht Pflege; körperlich, psychisch, geistlich. UG

Dr. Giesekus ist klinischer Psychologe, Studienleiter, Dozent und Publizist. Das Zitat stammt aus seinem Buch "Glaub dich nicht krank". Er hat am 14.1.07 in der EGA eine Predigt gehalten, die auf Kassette erhältlich ist. Prädikat: Hervorragend. hm


Paul Tournier
Niemand kann sich in dieser Welt frei entwickeln und entfalten, ohne sich nicht wenigstens von einem Menschen verstanden zu fühlen. Ein unverstandener Mensch verliert sein Selbstvertrauen, er verliert das Vertrauen ins Leben, ja sogar in Gott; er wird gehemmt und bleibt in seiner seelischen Entwicklung stehen. Und da ist noch ein weiteres grosses Geheimnis: Niemand lernt sich durch Selbstbetrachtung wirklich kennen, einsam vor seinem Tagebuch sitzend, sondern nur im Gespräch, in der Begegnung mit dem andern kann das geschehen. Er wird sich seiner eigenen Überzeugungen nur bewusst, wenn er sie einem anderen gegenüber zum Ausdruck bringt. Wer in sich selbst klar sehen will, muss sein Herz einem Menschen öffnen, zu dem er Vertrauen hat, den er sich freiwillig erwählte und der des Vertrauens würdig ist. PT

Paul Tournier hat sich als Arzt mit den Grundthemen des Lebens befasst, speziell mit den Grenzfragen zwischen Medizin und Theologie. Er war ein ganz aussergewöhnlich aufmerksamer und einfühlender Zuhörer. Menschen aus der ganzen Welt kamen nach Genf in seine Praxis, weil sie sich so verstanden fühlten. Seine Bücher haben eine Millionenauflage erreicht und werden immer noch verlegt. Das Zitat stammt aus dem Buch "Mutig leben". hm


John Townsend
Wir sind im Ebenbild Gottes geschaffen worden, um die Verantwortung für bestimmte Aufgaben zu übernehmen. Verantwortung bedeutet aber auch genauso gut, unser Leben in Besitz zu nehmen. Es ist das Wissen darum, was unsere Aufgabe ist und was nicht. Menschen, die ständig Aufgaben übernehmen, die nicht unbedingt ihre wären, brechen irgendwann zusammen. Genauso Menschen, die sich in Verhaltensschemen pressen und sich ihre Entscheidungsfreiheit in bestimmten Situationen abnehmen lassen. Es braucht Weisheit, um zu wissen, was wir tun sollen und was nicht. Wir könnten nicht alles selber bewältigen wollen. Es ist dies ein Wissen darum, wer wir in Gottes Augen sind, und wer nicht. JT

John Townsend ist, zusammen mit Henry Cloud, Gründer der Cloud-Townsend-Klinik in Kalifornien. Beides erfahrene Psychologen und Beststeller-Autoren. Das Zitat stammt aus dem Buch "Nein sagen ohne Schuldgefühle". hm


 
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